CHILKOOT PASS TRAIL


[Chilkoot Pass] Der steile Pfad über den Chilkoot Pass stand 1898/99 für die meisten Annkömmlinge am Beginn ihres Weges zu den Klondike-Goldfeldern, die ab dem Lake Bennett auf dem Wasserweg erreicht werden konnten.

Wer rechtzeitig zum Sommeranfang, wenn der Boden langsam auftaute, am Ziel sein wollte, musste den schroffen Pass im Winter erklimmen, am Seeufer beim Bootsbau mitmachen (oder sogar in Einzelteile zerlegte Boote über den Pass schleppen, wie tatsächlich geschehen) und nach dem Aufbrechen des Eises in Richtung Yukon River ablegen. Ein Unternehmen von gnadenloser Härte.

Ab Februar 1898 kontrollierten die kanadischen Grenzer hinter der Passhöhe, ob jeder den geforderten Einjahres-Vorrat mitbrachte. Die legendäre Ton of Goods bestand aus etwa 520 kg Lebensmitteln und 180 kg an Ausrüstungsgegenständen und Kleidung. Packtiere kamen wegen der kolossalen Steigung nicht in Frage; die Prospektoren selbst mussten den Transport übernehmen.

Die Bilder der endlosen Menschenkolonne auf dem verschneiten Pfad hinauf zum Chikoot Pass sind berühmt geworden. Wer einmal aus der Schlange ausscherte, musste oft stundenlang warten, um sich erneut einreihen zu können. Den Rückweg machten sich viele einfacher und rutschten auf dem Hosenboden hinunter.

[Chilkoot Pass Trail] Wer angesichts der Sysiphus-Arbeit nicht vorher aufgab, benötigte gut und gerne drei Monate, bis er seine Ausrüstung Stück für Stück zum 53 km entfernten Lake Benett verbracht hatte.

Insgesamt kamen mindestens 2.000 km Fussmarsch in Eis und Kälte zusammen, die Hälfte davon mit schwerem Gepäck. Dennoch überstanden im Winter und Frühjahr 1897/98 über 30.000 Männer und einige Frauen diese Tortur.

Die Wälder rund um den Lake Bennett wurden abgeholzt, um Boote und Flöße zu bauen, die in Richtung Klondike aufbrachen. Manches Boot kenterte zwar in den Stromschnellen des Yukon River, aber die Mehrheit erreichte letztlich Dawson City.

[Chilkoot Pass Trail]

Heute ist der Chilkoot Pass Trail Teil des Klondike Gold Rush National Historic Park und wird vom Park Service unterhalten.

Sogar Schutzhütten für Schlechtwettereinbrüche sind vorhanden. Wer es den 98er-Stampeders gleichtun möchte, erhält im Visitor Center in Skagway alle nötigen Informationen und eine genaue Karte. Eine Ranger-Station existiert in Dyea, sie ist aber nicht immer besetzt.

[Der Trail] Der Zeitbedarf für den Trail heute wird mit mindestens 3 Tagen angegeben, da zur Distanz Dyea-Lake Bennett noch etwa 10 km Fußweg von Skagway und weitere 11 km vom See bis zur Straße (Log Cabin) oder sogar 19 km bis nach Fraser (Eisenbahnstation) gerechnet werden müssen. Wer sich in Dyea absetzen läßt, kann die Strecke bei guter Kondition auch in zwei Tagen schaffen. Man muss dabei bedenken, dass 13 km des Trails oberhalb der Baumgrenze verlaufen und die Wetterbedingungen ausgesprochen widrig sein können. Auf der Passhöhe hält sich der Schnee gewöhnlich bis in den Hochsommer hinein.

Mit dem Chilkoot Pass überquert man die kanadische Grenze.




[Reise Know-How] Text aus: Reise Know-How; Canadas grosser Westen - mit Alaska von H.-R. Grundmann




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