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REISEBERICHT 1. Tag - Donnerstag 30. Mai 2002
Berlin - Frankfurt - Vancouver
ENDLICH - ES IST SOWEIT.
Die ersten Aufregungen beginnen jedoch schon Tage vor dem Abflug.
Unser Freigepäck ist mit 64 kg pro Person ja ziemlich großzügig, doch von der Lufthansa
wird uns auf Nachfrage mitgeteilt, dass diese 64 kg allerdings in jeweils zwei Gepäckstücken unterzubringen sind.
Jedes Stück mehr würde unabhängig von Gewicht und Grösse 133 EURO extra kosten!
Ausserdem dürfen wir je ein Handgepäck pro Person mitnehmen.
So obliegt es unseren Packkünsten alles in drei Taschen zu verstauen.
Da wir diesmal ja von der Klammer über Schlafsäcke, Isomatten usw. alles mitnehmen müssen, gar nicht so leicht. Aber dank familieninternem Taschentausch gelingt es schliesslich.
Zwei kurz zuvor gekaufte Campingstühle werden zum vierten Gepäckstück verschnürt. Beim Vorabend-Einchecken kommen etwa 75 kg in Summe auf die Waage.
Einen Beinahe-Nervenzusammenbruch erleide ich dann aber beim Versuch die Flüge zwei Tage vor Abflug nochmal gegenzuchecken.
Zitat der Dame von der Lufthansa: "Ja, ich kann sehen, dass Sie mal gebucht waren, ... aber da ist aktuell nichts mehr im Computer.
Ich empfehle Ihnen dringend noch heute Ihr Reisebüro zu kontaktieren." WOW!
Na ja, ganz so schlimm war's dann doch nicht. Da wir für den Hinflug auf AIR CANADA gebucht sind, in den Reiseunterlagen aber steht:
"wird übernommen von der Lufthansa", habe ich naiverweise bei der Lufthansa angerufen. Das heisst, obwohl wir in einen Kranich-Airbus einsteigen werden,
ist es (im Rahmen der Star-Alliance) ein AC-Flug und kann nicht so ohne weiteres im LH-Computer gefunden werden.
Der nächste Anruf bei AIR CANADA beginnt auch nicht sehr verheissungsvoll.
Der gute Mann hörte nicht richtig zu und dachte ich will mich noch in die Maschine einbuchen,
die nach seinen Aussagen komplett ausgebucht ist. "Da mache ich Ihnen wenig Hoffnung ...".
Na ja geschenkt. Zum Schluss war doch alles korrekt und richtig.
Am Tag des Abfluges gibt es noch ein ausgiebiges Frühstück bei den Eltern. Da wir noch gut in der Zeit liegen, beschließt meine Mutter spontan, mir ihren Kaffee über meine helle Hose zu kippen. Dadurch wird es dann doch in etwa so hektisch, wie man sich im allgemeinen einen Abflugtag vor einem großen Urlaub vorstellt.
Während wir am Flughafen Tegel auf den Start unserer ersten Etappe (Flug Berlin - Frankfurt) warten, schleicht ein völlig in weiss gekleideter Araber mit Kopftuch und Bart durch die wartenden Passagiere. Margit und eine junge Frau neben ihr beschleicht sofort so ein komisches Gefühl. Könnte ja sein... Für diese Leute sicher auch beklemmend, dass nach den Geschehnissen in NY gerade auf einem Flughafen jeder einen möglichen Attentäter in ihnen sieht.
Die Flugzeit nach Frankfurt beträgt im A310 etwa 45 Minuten. Da es bewölkt ist, gibt es unterwegs auch nicht viel aufregendes zu sehen.
Unsere Maschine nach Vancouver ist, wie schon häufig erlebt, überbucht. Die Lufthansa macht das Angebot, für wahlweise 600 Euro (Travel-Gutschein) oder 300 Euro in bar um 17.10 Uhr (etwa drei Stunden später) über Toronto nach Vancouver zu fliegen. Das Angebot wird auch von einigen Passagieren angenommen. Später erfahren wir, dass der vorangegangene Flug ausgefallen ist. Glück gehabt ...
Zwischen unseren ersten Überlegungen Kanada und Alaska als Reiseziel zu avisieren liegen jetzt fast zweieinhalb Jahre.
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Nachdem wir unser Gepäck wieder vollzählig beisammen haben (das ist ja nach bisherigen Erfahrungen nicht gerade selbstverständlich), geht's zum Autovermieter ALAMO. Zum Glück nur ein paar Meter. Wie immer versucht man uns vor Ort noch ein günstiges Upgrade aufzuschwatzen (z.b. einen wirklich riesigen Ford Expedition). Nach einigen Überlegungen entscheiden wir uns jedoch dagegen, da sich bei dem bereitgestellten Fahrzeug (ein Ford Explorer) wunderbar die beiden hinteren Sitzreihen umlegen lassen und das somit eigentlich voll und ganz ausreichen sollte. Obwohl der Wagen neu ist (km-Stand: 118), unterziehen wir ihn noch einem gründlichen Check.
Wir stellen fest, dass das Auto ein CD-Player hat. Schade, da hätten wir unterwegs ein wenig Abwechslung gehabt. Radio hören fiel nämlich ziemlich oft aus.
Nach den notwendigen Formalitäten geht es bei Sonnenschein (die Wettervorhersagen im Internet der letzten Tage sahen für Vancouver eigentlich nicht so besonders aus) erstmal zum Hotel mitten in die City hinein.
Wir merken schnell, dass wir in Amerika sind. Das Auto rollt kaum 1 Minute und schon verschliesst die Zentralverriegelung automatisch alle Türen (bis auf die Fahrertür). Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig.
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Unser Hotel, das Rosedale on Robson, liegt zentral in Downton nur wenige Minuten vom Robson Square entfernt und macht auf Anhieb einen ganz angenehmen Eindruck.
Im Hotel hält es uns natürlich nicht lange, so dass wir zunächst die nähere Umgebung erkunden, zu der auch die Shoppingmeile im Pacific Center am Robson Square zählt.
Zum Essen landen wir gegen 20.00 Uhr in einer Sushi-Bar. Wir sind die einzigsten Gäste und werden mit entsprechender asiatischer Aufmerksamkeit bedacht. Zwei Stunden später fallen wir totmüde in die Betten. Daheim heisst es aufstehen (07.00 Uhr).
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