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REISEBERICHT   4. Tag - Sonntag 02. Juni 2002

[Kanada] [BC] [AL] Revelstoke - Golden - Yoho Nationalpark - Lake Louise


Ich bin wieder sehr früh wach. Während Margit (und der gesamte Campground) noch schläft, erkunde ich etwas die Gegend. Es ist ein traumhafter Morgen. Die gesamte Landschaft spiegelt sich in dem noch stillen See wieder (siehe letztes Bild gestern). Nachdem Margit auch wach ist, beschliessen wir einmal um den See zu joggen. Da es unser erster Ausflug in den Wald ist, sind wir noch unsicher, ob sich nicht sofort nach Betreten des Waldes die Bären auf uns stürzen werden. Demzufolge versuchen wir das Laufen mit ein paar Geräuschen zu verbinden. Unterwegs hat man des öfteren mal schöne Ausblicke über den See und auf die dahinterliegenden Berge. Nach etwa zwei Dritteln der Strecke drehen wir jedoch um, da die Wegstrecke (es geht hoch und runter) nicht mehr eindeutig zu erkennen ist und uns auch etwas vom Ziel der Umrundung zu entfernen scheint. Na egal - ein schöner Morgen war es allemal.

Vom Williamson Lake geht es weiter zum relativ kleinen Revelstoke National Park. Hier wollen wir eigentlich versuchen zum Gipfelplateau des Mt. Revelstoke (1.940 m) zu fahren. Die etwa 25 km lange Summit Road zweigt direkt vom Trans Canada Hwy (TCH) ab. Allerdings ist für uns bereits nach 12 km Schluss. Der Rest der Strecke ist noch gesperrt, da angeblich noch allerhand Schnee liegt. An der Stelle, an der die Sperre steht mag man das kaum glauben. Es ist schönstes Wetter und Schnee ist eigentlich nur auf den umliegenden Gipfeln zu sehen. So machen wir uns von hier zu Fuss auf den Weg. Aber bereits nach etwa einem Kilometer Wegstrecke sehen wir, dass die Nationalparkverwaltung nicht übertrieben hat.

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Im weiteren Streckenverlauf passiert der TCH in den Columbia Mountains den Glacier National Park. Hier finden sich auf etwa 1.350 km2 über 400 Gletscher, die dem Park seinen Namen gaben. Allerdings sind die von der Strasse aus kaum zu sehen. Wer mag kann sich auf einen der vielen Trails begeben.

Wir vertreten uns am Rogers Pass ein wenig die Beine. Hier gibt es ein Information Centre (kurz vor der Passhöhe). Direkt auf dem Pass (1.325 m) steht ein Monument aus zwei sich kreuzenden Bögen (wenn ich mich recht erinnere, zum Gedenken an die Bauarbeiter der Passstrasse). Ausserdem gibt es hier allerhand Tiere zu sehen. Neben den Mountain Sheeps und den überall präsenten Erdhörnchen fasziniert uns besonders der Steller's Jay (Diademhäher).

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Unmittelbar hinter dem Rogers Pass passiert man die Zeitgrenze von der Pacific Standard Time zur Mountain Standard Time. Der Zeitunterschied nach Deutschland beträgt nun erstmal für ein paar Tage nur noch acht Stunden.

Unser nächstes Ziel ist der Yoho National Park, der bereits unmittelbar an den Banff National Park angrenzt. Unser geplanter Ausflug zu den immerhin 284 m hohen Takakkaw Falls fällt wieder den Witterungsbedingungen zum Opfer. Die Strasse ist gesperrt. In den ersten Tagen unserer Reise erzählen uns mehrere Leute, dass das Wetter in diesem Jahr in British Columbia etwa einen Monat hinterher ist. So geht es zur Natural Bridge (eine Felsenbrücke) und zum Emerald Lake. Die Zufahrt zweigt etwa 3 km westlich von Field ab. Bis zum See sind es etwa 8 km auf asphaltierter Strasse. Inzwischen hat es sich ziemlich bewölkt. Da der Kanuverleih gerade schliesst und durch das Wetter das Panorama auch nicht so toll ist, beschliessen wir trotzdem um den See zu laufen (dauert etwa 1:45h wenn man sich Zeit lässt). Auch hier bieten sich wieder zahlreiche Möglichkeiten Tiere zu beobachten.

Da das Wetter auf dem Campingplatz im Yoho NP nicht besonders toll ist, fahren wir auf unserer letzten Tagesetappe noch bis nach Lake Louise auf den dortigen LL Campground, der direkt am Bow River liegt. Hier gibt es einen gesonderten Bereich nur für Zeltcamper und einen für RV's und ähnliches. Auf dem Campingplatz wird überall vor Bären gewarnt. Zur Abschreckung hat man am Eingang eine von Bären zerstörte Kühlbox aufgehängt. Der Tag klingt noch mit einem kleinen Feuerchen aus.

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