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REISEBERICHT   9. Tag - Freitag 07. Juni 2002

[Kanada] [BC] Lynx Creek Campground - Fort Nelson - Liard River Hot Springs


Es hat die ganze Nacht geregnet. Also bleibt nur die Hoffnung auf Besserung ...

Nach ein paar Kilometern Fahrstrecke erreichen wir den ALASKA HIGHWAY. Der 1942 innerhalb von nur sechs Monaten errichtete Highway, auch ALCAN (Alaska-Canada Highway) genannt, beginnt in Dawson Creek / British Columbia (Canada) und endet nach 2.238 km in Delta Junction (Alaska). Uns voraus fährt ein verrückter Wohnmobilfahrer, der versucht mit riskanten Überholmanövern ein paar Sekunden zu gewinnen. Wir tippen auf Herkunftsland "D".

Auch auf dem Alaska Highway bleibt uns das Glück, was Tierbeobachtungen angeht, treu. Neben unserem ersten Karibu sehen wir u.a. wieder einen Elch der zwischen zwei Pkw's über die Straße flitzt, einen Koyoten und auch wieder drei Bären, darunter ein noch etwas jüngeres Tier. Direkt neben der Straße, leider eingezäunt und also irgendwie unecht, sehen wir eine größere Bisonherde.

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Zwischen Buckinghorse River und Prophet River fahren wir zum ersten Mal etwa 12 km Gravel-Road. Da wir dann auch noch in den "Sog" einer Fahrbahnmarkierungsmaschine geraten, müssen wir in Fort Nelson eine Waschanlage suchen. Verdreckt von Regen und weisser Farbe hat sich unser Auto in einer Woche äußerlich bereits ganz schön verändert.

Westlich von Ft. Nelson nähern wir uns dem Summit Pass (1.295 m). Zu sehen ist absolut nichts. Wir fahren durch Wolken und Nebel. Die Sichtweite beträgt ungelogen teilweise weniger als 15 m. Ach ja und außerdem regnet es noch immer. Da wir jeden Moment damit rechnen, dass auch noch irgendein Viech auf der Straße steht, wird das Autofahren ziemlich gefährlich. Durch Zufall können wir im Fluss neben der Straße einen Biber ausmachen und schauen ihm fasziniert 10 Minuten bei seiner intensiven Arbeit zu, bevor uns der Regen wieder ins Auto treibt.

Dann sind wir am Muncho Lake, auf den See hatten wir uns eigentlich gefreut. Wir ziehen als Ausgleich für unsere angeschlagene Gemütsverfassung eine Motelübernachtung an. In dem von aussen ganz netten Motel ist jedoch nichts mehr frei - also ab ins benachbarte Hotel. Nach Besichtigung der noch freien Zimmer und Nennung des dazugehörigen Preises ist das Thema jedoch erledigt. Zumindest bleiben wir für ein kurzes Gespräch im Hotel. Ein Angestellter erzählt uns, dass noch gestern etwa 15 cm Neuschnee gefallen sind. Zum Glück ist der schon weitestgehend verschwunden. Zu einer Voraussage möchte sich nicht hinreissen lassen. Man nimmt hier das Wetter wie es kommt.

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DETAIL
 
Also entschliessen wir uns zur Weiterfahrt, wieder in der Hoffnung, dass das Wetter ja mal irgendwo besser werden muss. Unterwegs sehen wir wieder ein paar Karibus. Erst an den Liard River Hot Springs ist das Wetter so, das wir über Nacht bleiben wollen. Zur Entschädigung gibt es Steaks, Folienkartoffeln und geröstetes Brot. Das Brot müssen wir mit einem Eichhörnchen teilen, dass sich nicht etwa mit Krümeln zufrieden gibt, sondern gleich eine ganze Scheibe wegschleppt. Auf dem Campingplatz wird eindringlich vor Bären gewarnt, aber heute bleiben die wohl auch in ihren Höhlen.

Margit ist so fertig, dass sie die Aktivitäten auf dem Nachbarplatz wie folgt kommentiert: "Kuck mal, die holen das Feuer direkt aus dem Wald."


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