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REISEBERICHT   13. Tag - Dienstag 11. Juni 2002

[Kanada] [YU] Dawson City


Es hat die ganze Nacht geregnet. Auch jetzt am Morgen sieht es nicht besser aus. Erst gegen 8.30 Uhr hört es mal auf. Aber die Wolken hängen noch sehr tief. Also geniessen wir erst mal unser sehr knapp bemessenes Continental Breakfast im Hotel. Auf einem Spaziergang schauen wir uns die durchaus interessanten Gebäude der Stadt mal etwas genauer an. Am Flussufer liegt der 1960 ausrangierte Schaufelraddampfer S.S. KENO.

Bei Peabody's machen wir ein echt schönes historischen Foto. Allein das Aussuchen und die Anprobe der Sachen dauert bestimmt eine halbe Stunde. Aber es hat sich gelohnt, das Bild gefällt uns wirklich gut.

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Danach wollen wir unser Glück beim Goldwaschen probieren. Allerdings kann man hier nicht einfach drauflos suchen. Fast alle Claims sind abgesteckt. Aber ein paar sind auch für die Touristen zugänglich. Wir fahren zum Claim 33. Auf dem Weg dorthin kommt man am restaurierten Gold-Dredge No.4 vorbei, dem größten je zur Goldgewinnung gebauten Schwimmbagger. Die Anlage war bis 1966 in Betrieb. Am Claim 33 erwirbt man für 5 CAN-Dollar eine Pfanne mit kanadischer Erde und ein paar Fitzelchen Gold. Anhand dieser Requisiten wird man dann in die Technik eingewiesen. Vorteil, die Goldreste am Ende des Waschvorgangs sind garantiert. Nachdem das geklärt ist, geht es ein paar hundert Meter weiter auf eigene Faust auf die Suche. Das Wasser ist unangenehm kalt, aber Margit hat sofort der Goldrausch gepackt. Der verstärkt sich um so mehr als in der ersten gewaschenen Pfanne tatsächlich ein paar kleine Goldreste übrig bleiben. Aber leider sind alle weiteren Versuche dann nicht mehr von Erfolg gekrönt. Da ist es auch egal, wo wir unsere Erde herholen.

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Nachdem ich Margit, verfroren und mit klammen Fingern, mit Mühe vom Flussufer weggezerrt habe, nehmen wir als nächsten die knapp 9 km lange Auffahrt zum Midnight Dome Mountain in Angriff. Die Zufahrt liegt wenige Meter vor der Stadt am Klondike Highway und von oben (790 m) hat man eine 360-Grad Aussicht über die Stadt und die Umgebung. Theoretisch (vorausgesetzt das Wetter spielt mit) könnte man sich in 10 Tagen hier oben hinstellen und der Sonne beim Nichtuntergehen zuschauen. Heute sehen wir erstmal gar nichts, weil wir bereits unterhalb des Gipfels in Wolken und Nebel eintauchen. Also geht es erstmal zurück in die Stadt.

Wir schauen an der Jack London Cabin und am alten, noch schön hergerichteten Post Office vorbei. In der Post arbeitet Doris aus Deutschland, die schon seit 40 Jahren in Canada ist. Mit ihr können wir uns angenehm unterhalten. Sie ist bereits seit 6 Jahren in Dawson und arbeitet nun das vierte Jahr in der Post. Ihr macht es Spass. Im modernen Post Office, ein paar Straßen weiter bekomme ich endlich eine Münzset für einen Freund in Deutschland. Auch hier werden wir in ein nettes Gespräch verwickelt.

Inzwischen hat es etwas aufgeklart und starten einen zweiten Versuch auf der Dome Road, der sich diesmal lohnt. Von oben hat man einen guten Überblick über die Stadt, den Fluss, die Goldfelder und die Leute, die hier leben. Zum Abendbrot fahren wir wieder ins Surdough Joe's. Heute gibt es Heilbutt und Lachs als Quarter Pounder. Ziemlich lecker. Danach sitzen wir endlich wiedereinmal in der Sonne!! Es ist inzwischen 19.45 Uhr.

Mit der kostenlosen Minifähre geht es über den YUKON zum nahegelegenen Yukon River Campground, auf dem wir die Nacht verbringen wollen.


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