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REISEBERICHT   14. Tag - Mittwoch 12. Juni 2002

[YU] [Kanada] [AK] Dawson City - Tok - Delta Junction - North Pole


Wir stehen gegen etwa 09.00 Uhr auf. Das Wetter ist noch ganz ordentlich. Bevor es weitergeht, müssen wir nochmal über den Yukon, um unser fertiges Foto abzuholen. Das wir mit dem Bild mehr als zufrieden sind, sagte ich glaub' ich schon. Da es bereits jetzt vor der Fähre auf der Dawson-Seite relativ voll ist, entschliessen wir uns das Auto stehen zu lassen da wir als Fußgänger sicher schneller wieder zurück sind.

Auf der Fähre treffen wir einen Iren, der mit dem Motorrad unterwegs ist und sich nach den Straßenverhältnissen erkundigt. Als wir auf unsere Reifenpanne zu sprechen kommen und ihm erzählen, dass wir jetzt ohne Reservereifen unterwegs sind, berichtet er uns von einem Pärchen das er getroffen hat, die hatten gleich zwei Platte auf einmal. Wow! Er hat bisher auf seinem Trip 3 Bären gesehen. Wir sind jetzt bei 24 angekommen.

Auf dem Rückweg sind wir tatsächlich deutlich schneller als die vielen Autos. Da hatten wir 'ne gute Idee. Allerdings fällt uns gerade ein, dass wir ja eigentlich in Dawson tanken wollten. Mist - war wohl doch keine so gute Idee. Tja jetzt ist die große Frage reicht der Sprit bis Tok - das sicher nicht, oder kommt vorher noch 'ne Tankstelle oder fahren wir wieder über den Fluss zurück nach Dawson. Die Rangerin auf dem Campground ist uns bei der Entscheidung auch keine große Hilfe. Tollkühn wie wir sind entscheiden wir uns für das Prinzip Hoffnung - also weiter geht's auf den TOP OF THE WORLD HIGHWAY.

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Nach ein paar Kilometern auf dem Highway (warum er Top of the world heisst, kann man stellenweise ganz gut erahnen, auch wenn es ziemlich bewölkt ist) ist es endlich soweit: Ein Schild - ein magisches Wort: ALASKA.

Als wir den Beamten fragen, ob es hier nicht etwas langweilig wäre, antwortet er, dass es für ihn keinen schöneren Platz gäbe. Na ja mir wäre es hier auf die Dauer zu einsam. Zum Abschied bekommen wir noch einen schönen Stempel in den Pass. So langsam wird übrigens unser Sprit knapp - aber wir haben Glück. Kurz hinter der Grenze liegt Boundary. Drei coole Häuser, zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein Hund und eine Zapfsäule. Der Typ hier war echt in Ordnung, aber sein Sprit war ziemlich teuer.

Hinter Boundary zieht sich der Highway ewig hin und ist anstrengend zu fahren. Der Zustand ist teilweise fast katastrophal. Ein Loch neben dem anderen. Da wir ja nun kein Ersatzrad mehr haben, müssen wir vorsichtig fahren. In dem Nest Chicken beginnt dann der Taylor Highway. Von weitem kann man bereits die Berge der Alaska-Range. An der Straße sehen wir plötzlich einen "Haufen" liegen. Bis wir realisieren, dass das was interessantes sein könnte, rennt der "Haufen" weg. Sieht von hinten ziemlich eigenartig aus. Nach den Angaben und Abbildungen unserem Naturreiseführer muss es sich entweder um ein Stachelschwein oder sogar um einen Nordamerikanischen Baumstachler handeln. Schade - Chance vorbei.

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Wir erreichen Tok. Nix aufregendes zu sehen. Eigentlich sollen hier, auch im Sommer, Schlittenhundvorführungen stattfinden. Aber von den Leuten, die das normalerweise veranstalten, müssen wir uns erklären lassen, dass das seit dem 11. September nicht mehr geht. Anscheinend sind die Prämien für die Versicherungen zu teuer geworden. Unglaublich! Na wenigstens sehen wir ein paar niedliche, etwa 6 Wochen alte Huskiebabys, die allerdings leider (bzw. zum Glück) nicht mitnehmen können.

Da sich die Gelegenheit bietet, fragen wir in einer Werkstatt nach einem neuen Reifen. Der Preis der uns genannt wird (nur für den Reifen, also nicht das ganze Rad!) beträgt immerhin 149 Dollar, also rund 150 Euro. Na danke schön.

Hinter Tok machen wir eine kleine Picknickpause an einem schönen See. In Amerika sagt man sicher eher Pool zu dieser Größe. Abendessen gibt's dann am Moon Lake. Schon etwas größer und wirklich idyllisch. Zumal die Sonne scheint.

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Kurz vor Delta Junction entscheiden wir uns zur Sicherheit zum Denali National Park von unserer ursprünglich geplanten Reiseroute über Richardson Hwy und Denali Hwy abzuweichen. Da der Denali Hwy überwiegend geschottert ist und Schlag- und Wasserlöcher hat, wollen wir kein Risiko eingehen. In Delta Junction endet offiziell der Alaska Highway, auch wenn die Kilometer bis nach Fairbanks oft noch hinzugezählt werden. Diese Entscheidung wird erstmal insofern belohnt, dass wir direkt neben der Straße zwei Elche sehen, die sich halb im Wald und halb auf einem Betriebsgelände herumtreiben. Begleiter der Straße ist hier die insgesamt 1.285 km lange Alaska-Pipeline.

In einer abgelegenen Zufahrt gelingt es mir endlich ein erstes Autokennzeichen von einem (nicht mehr fahrbereiten) Auto abzuschrauben. Trotzdem ein komisches Gefühl, da nicht weit entfernt im Wald ein Haus steht. Man weiss ja nie ... Tausende Mücken verteidigen das Schild jedenfalls aufopferungsvoll.

Für uns geht es weiter nach North Pole. Hier wohnt (nach Meinung der Amerikaner) der Weihnachtsmann. So sieht es dann auch aus. Selbst auf dem RV-Park neben dem Center und einem bestimmt fünf Meter hohen Weihnachtsmann erinnert vieles an Weihnachten. Auch hier gibt es Unmassen von Mücken. Wir fallen gegen 23.00 Uhr totmüde ins "Bett".

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