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REISEBERICHT   23. Tag - Freitag 21. Juni 2002

[YU] [Kanada/Alaska] [AK] Kluane Lake - Whitehorse - Skagway/Dyea


Die Sonne kitzelt uns wach. Endlich wieder Sonnenschein! Auf unserer Weiterfahrt umfahren wir den Kluane Lake mit traumhaften Aussichten. Allerdings ist der Alaska Highway immer noch eine einzige Baustelle und zehrt enorm an den Nerven. Erst etwa 25 Kilometer vor Haines Junction wird es besser. In Haines Junction steht ein lustiges Monument an der einzigen grossen Kreuzung. Beim umrunden verlieren wir wohl etwas die Orientierung und fahren erst mal in die falsche Richtung weiter. Da die Straße nun kaum breiter ist, als ein Fahrzeug riechen wir aber relativ schnell den Braten und kehren um.

Es nur noch ein paar Kilometer bis Whitehorse, als wir plötzlich in einen Stau geraten. Den Grund sehen wir ein paar hundert Meter weiter. Am Straßenrand steht ein fast völlig ausgebranntes Wohnmobil. Drumherum viel Polizei und die Feuerwehr. Einer der Polizisten wurde wohl direkt aus Bombay eingeflogen. Jedenfalls trägt er einen riesigen Rauschebart und einen Turban. Na das würde ich gern mal zuhause sehen - ein Polizist mit Turban! Den Besitzern scheint aber zum Glück nichts passiert zu sein. Dann kommen wir bei strahlendem Wetter nach Whitehorse.

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Von Whitehorse ist der Yukon River bis zur Mündung in das Beringmeer schiffbar. Große Raddampfer fuhren auf dieser Route von Alaska bis nach Kanada. Bis Dawson City wurden stromabwärts 2 Tage benötigt. Der Rückweg dauerte doppelt so lange. Bis zum heutigen Tag ist der Yukon River der einzige Schifffahrtsweg in das Yukon Territory.

Mitten in der Stadt, am Ufer des Yukon (erreichbar über South Access Road), liegt der restaurierte Raddampfer "Klondike II". Der 1937 gebaute Dampfer verkehrte bis ins Jahr 1955 und ist heute ein Museum. Nicht weit entfernt, direkt am Info-Center, verkehrt vom ehemaligen Bahnhof eine kleiner netter Zug als Touristenattraktion. Allerdings scheint die Strecke nicht allzu lang zu sein.

Damit wir nicht aus der Übung kommen, geht's noch ein wenig zum shoppen. Unter anderem erstehen wir endlich eine schöne mintgrüne Vase mit einem 22-Karat-goldverzierten Indianermotiv, die genau zu unserem Glastisch zuhause passt. Na ja das nur am Rand. Aber uns beiden hat sie wirklich gut gefallen.

In der Library versuchen wir uns nochmal an ein paar E-mails. Aber mit einer Zeitvorgabe von 15 Minuten im Nacken verlieren wir dann doch schnell die Lust. Müssen Sie eben warten bis wir wieder da sind. Aber immerhin erfahren wir das Deutschland die USA mit 1:0 besiegt hat. Hier scheint das niemanden weiter zu interesssieren.

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DETAIL
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Hinter Whithorse geht es ab Jake's Corner auf dem Klondike Highway über Carcross weiter nach Skagway. Die Strecke ab Carcross (etwa 420 Einwohner) ist ein absolutes Muss! Laut Reiseführern eine der schönsten Strecken im Yukon Territory. Für uns war eigentlich nur der Icefield Parkway in Alberta (Banff/ Jasper NP) und der Seward Highway in Alaska von vergleichbarer "Schönheit".

Einen längeren Stopp machen wir zum Beispiel am wunderschönen Emerald Lake. Vom Parkplatz aus kann man einen kleinen steilen Hügel erklimmen, von dem man dann einen noch besseren Überblick über den See hat. Allerdings sollte man sich unten vergewissern, dass man noch genügend Bilder in der Kamera hat, sonst muss man den steilen Weg zweimal machen. Fährt man hinter dem Parkplatz noch ein paar Meter weiter, dann führt ein kleiner Weg direkt an das Ufer des Sees. Hier kann man (jedenfalls war das bei uns so) in Ruhe ausspannen. Auf der anderen Straßenseite liegt der Spirit Lake, der allerdings nicht ganz so spektakulär aussieht und auch etwas schwerer einzusehen und zu erreichen ist.

Auf der Strecke hinter Carcross hat fast unser letztes Stündlein geschlagen. Ich mache gerade Margit auf eine rechts der Strecke liegende Wüste (!!) aufmerksam. Gleichzeitig führt die Straße durch eine Kurve und verjüngt sich von zwei Fahrstreifen auf einen. Allerdings ist das hier nicht mehr zu erkennen, da jegliche Fahrbahnmarkierung fehlt. Das wir etwas neben der Spur sind merken wir erst, als uns laut hupend ein LKW entgegenkommt. Zum Glück kann Margit noch ausweichen, aber so muss Herzinfarkt sein ...


[Stempel im Reisepass bei der Einreise nach Alaska] Dann geht es in kurzer Folge erst vom Yukon nach British Columbia und dann wiederum nach wenigen Kilometern nach Alaska. Die Strecke wird begleitet von zahlreichen Seen, Bergen und von der Bahnstrecke nach Skagway. Auch Spuren aus der Zeit der Goldgräber sind noch zu sehen. So unter anderem eine alte Seilbahn (zumindest die Reste davon) zum Transport an einem sehr steilen Berghang, die wahrscheinlich nur etwa zwei Jahre in Betrieb war.

Entsprechend schwer fällt es hier an dieser Stelle von vielen Fotos ein paar auszuwählen.


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Zwei Bilder
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DETAIL
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DETAIL
 

In Skagway kommen wir gegen 19.30 Uhr an. Da gerade keines der grossen Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegt, haben fast alle Geschäfte bereits zu. So unternehmen wir erstmal nur einen kurzen Spaziergang und schauen uns die schönen und interessanten Häuser an. Anschließend fahren wir noch elf Kilometer (mal wieder Gravel Road) weiter nach Dyea auf den kostenlosen Campingplatz. Die Fahrt dorthin und auch der Campingplatz selbst lohnen die Mühe allemal. Bereits nach zwei Kilometern kommt man an einem schönen Aussichtspunkt vorbei. Ganz Skagway liegt einem zu Füßen. Von Dyea selbst ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein paar Pfähle im Wasser und ein paar einsame Haufen Holz (altes Warenhaus), die man auf einem Rundgang über das National Historic Site sieht, müssen reichen um sich die einst florierende Stadt vorzustellen.

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Ein Klasse-Tag klingt mal wieder am Grill mit Steaks aus. Allerdings heisst es erst noch Brennholz sammeln.


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