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REISEBERICHT 24. Tag - Samstag 22. Juni 2002
Skagway/Dyea - Atlin
Von unserem Campingplatz bei Dyea sind es nur ein paar Meter zum Ausgangspunkt des legendären
Chilkoot Pass Trail. Vorher machen wir einen Abstecher zu einem im Wald versteckten Friedhof. Bis auf ein paar Gräber die vor dem eigentlichen Friedhof stehen, haben hier alle Grabstellen das selbe Datum:
Der 03. April 1898. Eigenartig und irgendwie beklemmend. An einer anderen Seite des Friedhofs erfahren wir, dass die Toten die hier liegen, Opfer eines Lawinenunglücks sind.
Insgesamt gab es damals etwa 70 Opfer. Ein paar Meter weiter befindet sich noch ein weiterer kleiner Friedhof.
Auf der Rückfahrt nach Skagway können wir Seeotter in der Bucht beobachten. An der Dyea Road steht ein cooles altes Haus (eigentlich mehr ein Schuppen) mit unzähligen alten Utensilien.
Wir kommen zufällig mit dem Besitzer, einem alten waschechten Amerikaner, ins Gespräch. In seinem Garten liegen sogar Holzplanken eines Schiffs, das vor etwa zweihundert Jahren hier gestrandet ist.
Die hat er sich irgendwie gerettet. Wenn er Zeit und Lust hat bastelt er hier an seinen alten Requisiten herum.
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In Skagway schauen wir uns nochmal ausgiebig um und geben unsere letzten Dollars aus, auch wenn wir nochmal in Hyder nach Alaska kommen.
Es gibt ja noch Kreditkarten. Wir haben Glück, können uns sogar von der Sonne umschmeicheln lassen und erleben ein Zug der White Pass-Eisenbahn, der gerade durch die Stadt fährt.
Ein kurzer Abstecher führt uns noch in zwei sehenswerte kleine (kostenlose) Museen, in denen u.a. eine alte Kneipenszene nachgestellt ist und man allerhand wissenswertes über die Goldgräberzeit erfährt.
Dann geht es zurück in der Hoffnung, dass wir den Zug vielleicht noch ein paar Mal auf der eindrucksvollen Strecke durch die Berge beobachten können.
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Kurz vor Carcross passiert uns in der Kurve an der Wüste das selbe wie gestern. Nur kommt uns diesmal ein Falschfahrer entgegen.
Zum Glück waren wir schon vorgewarnt. Eine echt gefährliche Gegend.
Hinter Carcross fahren wir auf die Tagish Road in Richtung Jakes Corner und kürzen so ein paar Kilometer gegenüber der Strecke über Klondike Highway und Alaska Highway ab.
Bei Jakes Corner biegen wir ab auf die 90 Kilometer lange Atlin Road nach Atlin in British Columbia. Der Ort liegt am Atlin Lake, dem größten See in British Columbia.
Von der Strecke sind zu unserem Leidwesen nur die letzten 30 km asphaltiert.
Diese Route haben wir anhand von Beschreibungen verschiedener Reiseführer ausgewählt, da sie wirklich toll beschrieben wurde.
Allerdings waren wir hinterher der Meinung, dass wenn man etwas knapp mit der Zeit ist, man sich die rund 200 km nicht unbedingt antun muss.
Dann wäre der Abstecher nach Skagway in jedem Fall vorzuziehen.
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Als wir ankommen ist der Ort wie ausgestorben. Nirgendwo ein Laden, geschweige denn ein offener. Ganz selten ist mal ein Mensch zu sehen.
Von den früher mal 5.000 Einwohner leben heute vielleicht noch knapp 500 hier.
Am Ufer des Atlin Lake liegt der (gut erhaltene) Raddampfer SS Tarahne, der von 1916 bis 1936 von Atlin nach Carcross verkehrte.
Also suchen wir den Campingplatz (Pine Creek CG), zu dem es noch ein paar Kilometer zu fahren sind. Wir finden einen schönen Platz auf den trotz der späten Zeit noch voll die Sonne scheint.
Bevor wir uns allerdings mit unserem Abendessen beschäftigen können, haben wir noch einen Fußmarsch von etwa 2 Kilometern (hin und zurück) zur Wasserquelle vor uns, da es auf dem Campingplatz kein Wasser gibt.
Dann können wir endlich unser Fleisch auf den Grill hauen.
Margit mag keine Autos mehr von innen sehen.
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