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REISEBERICHT 29. Tag - Donnerstag 27. Juni 2002
Campbell River - Nanaimo - Victoria
Um fünf Uhr weckt uns meine Armbanduhr. Die hätten wir mal lieber ausstellen sollen.
Also noch ein Versuch - ist noch viel zu früh zum aufstehen nach der Nacht.
07.45 Uhr - neben uns explodiert eine Bombe! Wir sitzen senkrecht in den Betten. Etwa 10 Sekunden brauchen wir um zu realisieren,
dass es nur die Fehlzündung von einem LKW war. Wow - noch ziemlich tief geschlafen. Aber jetzt sind wir wach.
Nach einem kleinen Frühstück geht es weiter. Von der Wetterfront nichts neues. Grauer Himmel, aber immerhin kein Regen.
Ab Campbell River fahren wir über den näher an der Küste liegenden Highway #19A.
Im Ort selbst beobachten wir einen Wettbewerb von Holzschnitzern, die mit der Kettensäge und anderem schweren Gerät versuchen,
einem ca. zwei Meter hohen Baumstamm ein künstlerisches Aussehen zu verleihen.
Ein paar Kilometer weiter, in Qualicum Beach kochen wir uns auf einem Picknicktisch am Strand unser Mittag.
Direkt über uns landet auf einem Baum ein Weisskopfseeadler, den wir eine ganze Weile beobachten, wie er sich dann am Strand mit den Krähen
und Möwen um seinen Fisch streiten muss. Im Vergleich zu den anderen Vögeln sieht man erst wie gross er ist.
Hinterher geht's auf "Schatz"suche. Ohne grosse Mühe stolpern wir über allerhand lebendes und totes Meeresgetier.
Mitten beim umherwandern werden wir plötzlich mit einem etwa 60-70 cm hohen Wasserstrahl beschossen.
Beim ersten Mal bekommt man wirklich einen Riesenschreck.
Ganz haben wir nie rausgekommen was dahintersteckt.
Am wahrscheinlichsten ist, dass durch das umherlaufen in den Löchern eine Art Druckausgleich stattfindet und das Wasser herausgedrückt wird.
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Unser nächstes Ziel heisst Nanaimo. Mit diesem Ziel beschäftige ich mich schon eine ganze Weile,
denn hier geht's zum Bungy. Wenn man das einmal gemacht hat, zumal in Neuseeland, der Geburtsstätte des Bungy,
dann sucht man natürlich nach weiteren Möglichkeiten. Diesmal fällt die Entscheidung schon wesentlich leichter.
Margit schlägt mein Angebot zu einem Tandemsprung aus. Warum bloß?
Vor mir ist ein junger Koreaner dran (etwa 20), der sich mit dem Absprung sichtlich schwer tut und mehrere Versuche verstreichen lässt.
Sein Hauptproblem: Jedesmal wenn er abspringen will schaut er vorher senkrecht nach unten und sieht dann die Felsen unter Wasser. Das ist natürlich tödlich.
Von oben kann ich beobachten, dass die Familie das zwar amüsiert, aber sein Vater findet das gar nicht lustig. Eben typisch asiatisch.
Also lässt er mich erstmal vor.
Eigentlich ist das Seil auf eintauchen gestellt. Hab' ich beim letzten Mal nicht gemacht. Da ich aber zu doll abspringe, reicht der Winkel nicht mehr und ich komme um etwa eine Handbreite
nicht an das Wasser heran.
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Als ich wieder unten bin, wird schon die kleine Schwester des Koreaners vorbereitet um ihm oben Beine zu machen.
Da sie noch minderjährig ist, müssen die Eltern unterschreiben. Aber inzwischen ist der junge Mann oben gesprungen.
Mit den Füssen zuerst. Also reisst es ihn irgendwann um 180 Grad herum. Aber unten im Boot ist er dann trotzdem selig.
Im Vergleich der beiden Örtlichkeiten hat Neuseeland gegen Kanada deutlich gewonnen. Das Sprungareal war schöner
und das Preis-/Leistungsverhältnis war besser. Aber die Sucht ist trotzdem noch da.
Nun müssen wir aber langsam zusehen, dass wir nach Victoria kommen und einen Campingplatz finden.
Wir bleiben schließlich ein paar Kilometer vor der Stadt am Thetis Lake. Hier gehen wir das erste Mal im Urlaub baden.
Das Wasser ist zwar kühl aber trotzdem recht angenehm. Der eigentliche Campingplatz wird von einem Deutschen betrieben.
Die Zeit reicht immerhin noch für einen kleinen Ausflug nach Victoria. Die Geschäfte haben noch etwa eine Stunde geöffnet (bis 20.00 Uhr).
Hier regnet es inzwischen wieder leicht. Na ja, man gewöhnt sich langsam dran. Trotzdem ist der erste Eindruck von der Stadt ein sehr angenehmer.
Victoria ist eine wirklich schöne Stadt mit einer sehr angenehmen Atmosphäre.
Unser Abendessen nehmen wir mal wieder bei Pizza Hut ein.
Auf dem Campingplatz regnet es noch immer. Der Hammer - für die Duschen brauchen wir Quarter. Ich glaube, das ist erst das zweite oder dritte Mal auf einem Campingplatz.
Na ja wird ja auch von einem Deutschen betrieben. Da muss er heute auf unser Geld verzichten. Wir haben keine Quarter mehr.
Im Auto brauchen wir dann das allererste Mal unsere Taschenlampe.
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