Fauna


Die australische Fauna gehört zusammen mit Neuguinea, Neuseeland und einigen pazifischen Inseln zur Faunenregion der Notogea (griechisch: Südland). Während z.B. Affen und Huftiere fehlen, findet man Säugetiere und Paradiesvögel.

Die Vorfahren vieler australischer Tiere stammen von Gondwanaland und wurden bei der Loslösung des 5. Kontinents von diesem mitgenommen.

Die Unterteilung der australischen Fauna erfolgt entsprechend folgender Kategorien:

Säugetiere
Vögel
Reptilien
Amphibien
Fische
Wirbellose

[Kangaroo]


 

[Säugetiere] [Text]



Eierlegende Säugetiere
Beuteltiere
Höhere Säugetiere

Die australische Fauna und damit der australische Kontinent, ist heute die einzige Region der Erde, in der Vertreter aller drei Säugetierarten vorkommen. Zu diesen Säugetierarten werden die Monotremata (eierlegende Säugetiere oder auch Kloakentiere), die Marsupialia (Beuteltiere) sowie die Eutheria oder auch Placentalia (höhere Säugetiere) gezählt. Dominierend sind dabei die beiden erstgenannten Gruppen, die es gleichzeitig in der übrigen Welt wenig oder sogar gar nicht gibt. Vor allem Beuteltiere, von denen es in Australien etwa 180 Arten gibt, sind in anderen Erdteilen äußerst selten.



Eierlegende Säugetiere

Die Monotremata sind eine Übergangsform zwischen Reptil und Säuger, die trotzdem nicht besonders ungewöhnlich aussehen.. Aufgrund ihrer ausgeprägten Spezialisierung in der Lebensweise und dem Fehlen von Konkurrenten haben sie bis heute überlebt.

Typische Merkmale der Reptilien, aus denen sie vor etwa 200 Millionen Jahren hervorgegangen sind, sind u.a. die Eiablage (mit lederiger Schale) und die Kloake, eine gemeinsame Öffnung von Ausscheidungs- und Geschlechtsorganen sowie die Anatomie des Schultergürtels. Dagegen sind Behaarung, Warmblütigkeit, primitive Milchdrüsen und anatomische Details (Gehirnanatomie, Anordnung der Hauptarterie) Säugetiermerkmale.

In Australien kommen zwei Typen vor:

Das Schnabeltier Der Schnabeligel
[Das Schnabeltier] [Der Schnabeligel]

Vom Schnabeltier gibt es nur eine Art. Anzutreffen ist es in den klaren Binnengewässern im Ostaustraliens und Tasmaniens, von Meereshöhe bis in Hochlagen von 2000 m, so u.a. im Eungella Nationalpark sowie im Kosciusko Nationalpark. Um das Tier zu beobachten sollte man früh aufstehen, (tagsüber liegt das Schnabeltier in selbstgegrabenen Höhlen oberhalb der Wasserlinie) sowie viel Geduld und auch ein wenig Glück mitbringen. Beim Schwimmen unter Wasser verschließt es die Augen und Ohrlöcher. Seine Nahrung besteht vornehmlich aus Krabben, Krebsen, Schnecken, Würmern und Insektenlarven. Der Appetit ist gewaltig. Pro Tag können mehr als 1000 Kleintiere verspeist werden. Nach dem Aufstieg an die Oberfläche öffnet es die Augen und verspeist die Beute. Die mit Schwimmhäuten versehenen Beine dienen als Antrieb, während mit dem Schwanz gesteuert wird. Außerhalb des Wassers geht das Tier buchstäblich auf Knöcheln um eine Beschädigung der Schwimmhäute zu vermeiden. Tastrezeptoren erweitern die Sinnesorgane. Die Nahrung wird in den Backentaschen gesammelt und an der Wasseroberfläche zwischen den Hornplatten des Schnabels zerquetscht und geschluckt. Die Weibchen legen in der Regel 2 Eier, die es mit seiner Körperwärme ausbrütet. Die Jungen sind nach etwa 4-5 Monaten selbständig.

Der Schnabeligel ist ganz Australien anzutreffen. Bevorzugt seien hier die Nationalparks Nitmiluk, Uluru, Eungella, Kosciusko sowie Kangaroo Island genannt. Er ist in seiner Nahrung auf vornehmlich auf Ameisen und Termiten spezialisiert. Dabei werden Nester geöffnet oder Insekten mit der klebrigen Zunge erlegt. Ein Schnabeligel-Weibchen legt nur ein Ei. Das Junge wird in einer Bauchtasche getragen bis sich seine Stacheln entwickelt haben und dabei gesäugt.

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Beuteltiere

Die Beuteltiere (Marsupialia) als Unterklasse der Säugetiere stellen mit rund 130 Arten (weltweit ca. 250 Arten) die größte der drei Säugetiergruppen Australiens. Die Vielfalt ist dabei enorm. Einige Arten bewohnen Bäume, andere die Savanne, sie fliegen, hüpfen und graben, fressen Insekten, Blätter, Vögel und Eidechsen. Insgesamt sind es 14 Familien. Zu den bekanntesten zählen das Känguruh, der Koala und der Wombat. Ein weiterer bekannter Vertreter, der Beutelwolf, ist vermutlich bereits ausgestorben.

[Känguruh] [Koala] [Wombat]
Känguruh
(lat.: Macropus)
Koala
(lat.: Phascolarctos cinereus)
Wombat

Ein Hauptmerkmal aller Arten ist der Beutel. Dieser umgibt als eine Art Felltasche die Zitzen, mit denen das Junge gesäugt wird. Die Anordnung ist jedoch von Art zu Art unterschiedlich. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist ist die Art der Fortpflanzung. Aufgrund der überwiegend fehlenden Plazenta (Mutterkuchen) kommen die Embryonen zu früh zur Welt. Die Körper sind noch nicht vollständig geformt (0,5-3cm), haarlos und blind. Lediglich mit Hilfe der bereits gut entwickelten Vorderextremitäten und von Geruchsreizen geleitet, kann sich das Junge ohne die Hilfe der Mutter aus dem Geburtskanal in den Beutel ziehen. Je nach Art bleibt es dort noch zwei bis sieben Monate. Erst danach kommt es zur eigentlichen Geburt. Auch nach der Geburt kehrt das Junge noch zum Säugen oder bei Gefahr in den Beutel zurück. Die verschiedenen Entwicklungsstadien können auch parallel ablaufen.

[Kangaroo] Känguruh:
Auf dem australischen Kontinent einschließlich Tasmanien leben rund 50 Arten, die bis auf wenige Ausnahmen (Baumkänguruhs) den Boden bewohnen. Die bekanntesten Vertreter sind u.a. die Riesenkänguruhs und die Wallabys. Die Körpergrößen reichen dabei von etwa 25 cm bis zu 165 cm. Die Vorderbeine sind kurz und schwach entwickelt. Die Hinterbeine, mit denen die Fortbewegung erfolgt sind i.d.R. stark verlängert und erlauben Sprünge von bis zu 3m Höhe und 10m Länge (Rotes Riesenkänguruh). Der Schwanz dient sowohl als Stütze (beim Sitzen) als auch zum Ausbalancieren und Steuern (bei der Fortbewegung).

[Koala] Koala:
Der Koala ist ein Kletterbeutler und als nachtaktiver Baumbewohner und Einzelgänger vornehmlich in den Eukalyptuswäldern Ost-Australiens anzutreffen. Er erreicht eine Größe von ca. 60-80cm. Der Name stammt von den Aborigines und läßt sich etwa mit: "Tier das nicht trinkt" übersetzen. Der Koala ernährt sich ausschließlich von bestimmten Eukalyptusblättern, wobei auch der Reifegrad eine Rolle spielt. Seine spezielle Leber baut die giftigen Stoffe der Blätter (Phenolverbindungen) ab. Diese spezielle Ernährung macht die Aufzucht in Zoos außerhalb von Australien besonders schwer. Die Tiere sind inzwischen nicht zuletzt durch den Menschen (das Fell war sehr begehrt) und seine Haustiere (insbesondere Hunde) stark gefährdet und werden deshalb streng geschützt. Die häufig krankheitsbedingte Unfruchtbarkeit der Weibchen verschäft das Problem weiter.

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Höhere Säugetiere

Die Vielfalt höherer Säugetiere (Eutheria) in Australien ist begrenzt. Neben den von Asien eingewanderten Nagetieren, Flughunden und Fledermäusen, gibt es nur den von den Aborigenes mitgebrachten Dingo, der lange als echter Wildhund galt. Heute wird er als verwilderter Haushund eingestuft, der auf ein alter von etwa 13000 Jahren zurückblicken kann. Nach Australien kam er vermutlich vor etwa 3500 Jahren mit Nomaden.

Die vielfältigste Gruppe ist mit etwa 50 Arten die der Nager. Daneben sind rund 50 Arten Fledermäuse und 8 Arten Flughunde anzutreffen.

Der Dingo ist am ehesten im Gebiet der Nationalparks Eungella, Kakadu, Nitmiluk, und Uluru anzutreffen.


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[Vögel] [Text]



Die Vogelwelt Australiens besitzt mit rund 720 Arten (davon 571 Brutvogelarten, von denen nahezu 60% endemisch sind) eine enorme Vielfalt und Farbenpracht. Die Mehrzahl der Vögel unternimmt keine "Umzüge", da die klimatischen Unterschiede zwischen Sommer und Winter mild sind. Dagegen ist Australien aber ein Überwinterungsgebiet für Vögel der Nordhemisphäre. Vereinzelt kommt es jedoch zu regelmäßigen Wanderungen zwischen Trockengebieten im Innern des Landes und den Regenwäldern an der Ostküste.

Zu den berühmtesten Vertretern der Brutvogelarten zählen u.a. Emu und Kakadu.

[Emu] [Kookaburra] [Kakadu]
Emu
(lat.: Dromaius novaehollandiae)
Kookaburra
(lat.: Dacelo gigas)
Kakadu
(lat.: Cacatua)


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[Reptilien] [Text]



Die australische Fauna weist auch in der Welt der Reptilien und Echsen eine enormem Artenreichtum auf.

Zu den 5 Familien der Echsen zählen:

Geckos - etwa 90 Arten, nachtaktiv bis 25cm Länge, katzenartige Augen

Flossenfüßer - etwa 30 Arten, endemisch, fast gänzlich reduzierte Beine

Skinke - etwa 300 Arten, berühmt sind der Tannenzapfenskink und der Blauzungenskink

Agamen - etwa 65 Arten; tagaktiv, ausgeprägtes Territorialverhalten, bekannteste Vertreter sind der Dornenteufel und die Kragenechse

Warane - 25 Arten, größte Echsenart, gespaltene Zunge, ernähren sich auch von kleinen Säugetieren


  [Kragenechse]
Zu den bekanntesten Vertretern zählen Süßwasser- und Leistenkrokodile, Meeresschildkröten, Schlangen und Echsen. Die Echsen, mit etwa 500 Arten in 5 Familien, haben die weiteste Verbreitung in allen Teilen des Kontinents. Ebenso verschieden sind die einzelnen Lebensweisen und Nahrungsquellen. Die anzutreffenden Größen schwanken von wenigen Zentimetern bis zu 2,5m (Riesenwaran).

Die in Australien heimischen verschiedenen Waranarten sind wie alle Vertreter dieser Art ausgesprochene Räuber. Geckos sind Insekten und Spinnenjäger.

Neben drei Agamenarten, die, um Angreifer abzuschrecken, einen stacheligen "Bart" spreizen können, beherrscht dies die Kragenechse am eindrucksvollsten (siehe Schild oben). Potentielle Angreifer werden so wirkungsvoll vertrieben. Eine noch imposantere Erscheinung ist trotz seiner nur 20 cm Körperlänge der Dornenteufel (lat.: Moloch Horridus), der seinem Namen alle Ehre macht und sich ausschließlich von Ameisen ernährt. Bei einer Mahlzeit werden bis zu 3000 Tiere verspeist.

Schlangen, mit etwa 165 Arten, sind ebenso weit verbreitet. Neben vielen harmlosen Schlangenvetretern gibt es mit den Giftnattern auch einige der giftigsten Arten der Welt. So können die Bisse von Taipan, der Death Adder Snake (Todesotter aus Neuguinea), Brown Snake (Braunotter), Fierce Snake und der Tiger Snake tödlich sein.


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[Amphibien] [Text]



Da Australien ein trockener Kontinent ist, sind Amphibien selten und nur auf Regionen beschränkt, in denen die Niederschlagshöhe mindestens 60 cm pro Jahr beträgt. Einige der Kröten- und Froscharten graben sich in den Boden ein, um genügend Feuchtigkeit zu finden.

Die etwa 190 australischen Amphibienarten sind ausschließlich Frösche, von denen viele Arten zur Schädlingsbekämpfung importiert wurden, mit teilweise interessanten Anpassungen und Verhaltensweisen. Salamander und Molche sowie Echte Frösche und Echte Kröten kommen nicht vor. Der größte Vertreter ist der 10 cm große Blasenfrosch, der in den östlichen Küstengebieten von QLD und NSW lebt.


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[Fische] [Text]



Die australischen Gewässer beheimaten etwa 180 Fischarten, darunter einige ungewöhnliche Exemplare. Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten zählen die bis zu 35 kg schweren Barramundis in den tropischen Flüssen.

Unter den Fischarten lebt mit dem Australischen Lungenfisch auch eine Besonderheit. Der bis zu 1,5 m lange und bis zu 50 kg schwere Fisch kann dank seiner neben den Kiemen entwickelten Lungensäcke (eine modifizierte Luftblase) mehrere Tage an Land überleben. Diese Art ist in nur zwei Flußsystemen in Queensland und hat sich in den letzten 350 Mio. Jahren kaum verändert. Der Fisch ist zusammen mit dem Australischen Knochenzüngler, ebenfalls ein lebendes Fossil und ein Raubfisch mit starkem Gebiß ausschließlich auf das Süßwasser beschränkt.

Meiden sollte man den Stone Fish, den man zwischen Korallen und Steinen leicht übersieht, den Bluebottle Fish und den in den tropischen Gewässern beheimateten Box Jelly Fish.


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[Wirbellose] [Text]



Wie überall auf der Erde übertrifft die Artenvielfalt der Wirbellosen alle anderen Tierarten. Über 65000 Insekten- und Spinnenarten wurden bis heute entdeckt.

Zu den bekanntesten Arten sind die Termiten mit ihren einmaligen Bauwerken, die bis zu 3 cm großen Ameisen und die Libellen, die Spannweiten von bis zu 16 cm erreichen.

[Marine Stingers] Unter den Spinnenarten Australiens gibt es auch durchaus gefährliche Exemplare. Bisse von Funnel Web Spider und Red-Back Spider können tödlich sein. Auch giftige Skorpione, Quallenarten (z.B. Marine Stingers) und Muscheln (Coneshell) können eine Gefahr darstellen.


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