Auch 1998 stand unsere Reiseplanung unter keinem guten Stern. Berufliche Zwänge verhindern eine langfristige Planung. Da wir im vergangenen Jahr trotz
"Last-Minute-Buchung" gute Erfahrungen gemacht haben, werden also wieder entsprechende Angebote gesichtet. Klar ist nur, diesmal soll es nicht so sehr weit weggehen,
aber trotzdem in wärmere Regionen. Was die Situation für uns zusätzlich erschwert, ist die Tatsache, dass wir nur in den Sommerferien Platz für ein paar
Urlaubswochen finden.
Da wir für uns zumindest in der Feriensaison u.a. Mallorca definitiv ausschliessen :-), bleiben wir bei den Kanarischen Inseln hängen.
La Gomera, La Palma und El Hierro sind uns jedoch zu klein, Lanzarote mit zu wenig Vegetation und auch für Gran Canaria und Fuerteventura
können wir uns nicht recht erwärmen. So bleibt nur Teneriffa, die sogenannte Insel des ewigen Frühlings in Betracht.
KARTE TENERIFFA
So geht es für zwei Wochen mit Bucher Reisen nach Los Gigantes ins ****-Hotel LAGOS DE CESAR.
1. WOCHE
Freitag, 30. Juli 1998
Wir landen im Süden der Insel auf dem Flughafen Reina Sofia. Von hier geht es ca. 40 Kilometer in Richtung Osten nach Los Gigantes. Die ersten Eindrücke sind eher ernüchternd.
Das unmittelbare Flughafenumfeld ist trostlos. Auf dem weiteren Weg geht es dann zuerst zu den touristischen Hochburgen nach Playa de las Americas. Die hier herrschende eindeutige Ausrichtung auf den Massentourismus wirkt auf uns eher abschreckend.
Immerhin lässt das Wetter keine Wünsche offen.
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![[T1]](ten01.gif) Die Hotelanlage |
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![[T2]](ten02.gif) Blick aus dem Zimmer |
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![[T3]](ten03.gif) Der hotelnahe Strand |
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Das Hotel fügt sich bezüglich Aussehen, Umfeld, Ausstattung und Publikum sicher nahtlos ein in die Reihe von Touristenburgen, die wir im Verlauf der drei Wochen auf der Insel zu sehen bekommen.
Bis wir unser Zimmer beziehen dürfen, müssen wir uns etwa eine Stunde in der Hotelobby die Zeit vertreiben.
Nachdem wir uns unserer Sachen entledigt haben, machen wir einen kleinen Bummel durch die nähere Umgebung auf der Suche nach einer Autovermietung. Aber es ist gerade Mittagszeit - alles geschlossen. So springen wir erstmal zur Erfrischung in unseren Hotelpool.
Der liegt ü brigens genau unter unserem Fenster (siehe Foto oben Mitte), so dass wir theoretisch den direkten Weg nehmen könnten. Wir haben schon arge Befürchtungen, was uns hier am Abend bzw. nachts an Lärm erwartet, aber vorm Abendessen wird der Pool zum Glück geschlossen.
Nachdem wir am Nachmittag ein Auto, einen kleinen Peugeot 106, bei einer kleinen deutschen Autovermietung angemietet haben, begeben wir uns am Abend auf einen ersten Spaziergang zur Erkundung der Umgebung.
Ich kann außerdem nach geeigneten Strecken für mein Lauftraining suchen, denn im September ist Berlin-Marathon...
Samstag, 31. Juli 1998
Nach einem eher enttäuschenden Frühstück, das Obst kommt meist aus Büchsen und die sonstige Auswahl ist auch nicht berauschend - kein Vergleich zur Dominikanischen Republik, kümmern wir uns um unser Programm in den nächsten beiden Wochen.
Heißt konkret, wir schauen welche Touren und Ausflüge möglich sind.
Unsere erste Tour führt uns heute in den Greifvogelpark Ecologico Las Aguilas del Teide.
Der 75.000 m2 große Tier- und Vogelpark im Süden der Insel ist eine kleine Oase und liegt 3 Kilometer oberhalb von Los Cristianos an der Straße nach Arona. Aus unserem Erleben absolut empfehlenswert.
Der Park bietet eine üppige subtropische Vegetation mit Bambushainen, Palmen und tropischen Ziergewächsen. Mitten im Areal befindet sich ein künstlich angelegter Wasserfall. Neben den Greifvögeln bietet der Park u.a. Humboldt-Pinguine, Känguruhs, Flußpferde und Elefanten, amerikanische Alligatoren und allerlei Kleingetier.
Einer der Stars ist ein aus China importierter Roter Pandabär.
Die Hauptattraktion ist aber die Greifvogelvorführung, in die die Zuschauer aktiv miteinbezogen werden. Vorgeführt werden alle erdenklichen Vogelarten: Adler, Geier, Kormorane, Störche, Flamingos, sogar ein Kookaburra ist dabei.
Neben der Greifvogelschau findet in der Nähe noch eine ähnliche Schau mit etwas exotischeren Vögeln statt (Papageien, Eulen, Tucane usw.). Die Show lebt augenscheinlich mehr von der Verspieltheit der Tiere und hinterläßt einen etwas zwiespältigen Eindruck, da die Tiere zum Teil allerlei alberne Dinge tun (Roller fahren u.ä.).
Da uns die Greifvogelvorstellung wirklich gefallen hat und wir uns im Park zeitlassen, können wir auch die zweite Vorführung besuchen. Wir haben zudem Glück, denn einer der Pfleger erwählt sich Margit für einen der kleinen "Vogelstunts".
Sonntag, 01. August 1998
Am frühen Vormittag fahren wir in den Nordosten der Insel ins Anaga-Gebirge. Hier wartet eine nicht sehr lange (4 bis 5 Stunden), aber anspruchsvolle Wanderung auf uns. Der Höhenunterschied, den wir überwinden beträgt etwa 600 m.
Ausgangspunkt ist Chamorga. Die Anreise mit dem Bus ist zwar möglich, aber die Busse verkehren zu sehr "wanderunfreundlichen" Zeiten. Die Orientierung auf der Route über El Draguillo, Las Palmas, Faro de Anaga zurück nach Chamorga ist relativ einfach.
Der Einstieg erfolgt an der Kirche in Chamorga. Hier kann man auch parken.
Die insgesamt sehr schöne Rundtour macht mit der abwechslungsreichen Landschaft des Anaga-Gebirges bekannt. Auf Maultierpfaden und alten Dorfverbindungswegen werden Weiler fernab der Zivilisation angelaufen. Anstrengend, aber schön und einsam.
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![[T20]](ten20.gif) Anreise ins Anaga-Gebirge |
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![[T18]](ten18.gif) |
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![[T19]](ten19.gif) |
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Mit einigen Pausen schaffen wir die Tour in fünf Stunden. Im Reiseführer sind knapp 4 genannt. Doch wer die Tour ein wenig geniessen will, der sollte lieber etwas mehr Zeit einplanen.
Gegen 21.30 Uhr sind wir gerade rechtzeitig zurück im Hotel, um noch die letzten Reste vom Abendbrot zu ergattern.
Montag, 02. August 1998
Damit wir nicht aus der Übung kommen, steht heute gleich eine weitere Wanderung auf dem Programm. Es geht von Adeje in die Barranco del Infierno, die Höllenschlucht. Ziel ist ein 80m hoher Wasserfall.
Die Wanderung ist mit einem Höhenunterschied von etwa 250m eigentlich relativ leicht zu bewältigen und mit etwa 2 Stunden Gehzeit auch nicht sehr lang. Doch trotzdem empfiehlt es sich festes Schuhwerk (die Wege sind sehr steinig und gelegentlich muss der Bachlauf gequert werden) und vor allem im Sommer Trinkwasser (es ist gerade am Anfang sehr heiß) mitzunehmen.
Die Orientierung ist, sofern man den Ausgangspunkt am Restaurant Otello erreicht hat, problemlos. Etwa 400m unterhalb des Restaurants steht eine Kanone (hier rechts abbiegen).
Vom Namen der Schlucht sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Höllisch ist im Hochsommer höchsten in Spitzenzeiten der "Verkehr" auf dieser Route. Wahrscheinlich ist die Wanderung eine der populärsten auf Teneriffa. Wer Stau vermeiden will, der sollte sich möglichst früh auf den Weg begeben. Das sichert außerdem einen Parkplatz in der Nähe des Restaurants.
Bereits ziemlich am Anfang des Weges stossen wir auf einen kleinen Wegelagerer (siehe Foto), der sich dankbar unserer Verpflegung annimmt. Die Reste schafft er dann auf der Rücktour.
Am Ende des Weges wartet der Wasserfall, der je nach Jahreszeit spärlich bis reichlich hinabstürzt.
Dienstag, 03. August 1998
Für den heutigen Tag haben wir einen Ausflug zu den Delphinen vor den Kanarischen Inseln gebucht. Delphine (und Wale) haben schon immer eine Faszination auf uns ausgeübt und waren ein entscheidender Grund für unsere Reise von 1996 nach Neuseeland.
Besonders der Südwesten Teneriffas hat sich wegen seiner noch sehr natürlichen Bedingungen für die Wale sowie der touristischen Entwicklung zu einem der bekanntesten Ausgangspunkte für Beobachtungstouren entwickelt.
Von den Häfen Los Cristianos, Puerto Colon, Playa San Juan und Los Gigantes laufen i.d.R. täglich gut ausgerüstete Boote aus.
Noch bis in die 80er Jahre hinein nahm kaum jemand Notiz von den hier lebenden Walen und Delphinen. Als die ersten Schnellboote zwischen den Inseln verkehrten, las man öfter in den Zeitungen von Kollisionen mit den Tieren.
Die Aufmerksamkeit wurde Anfang der 90er Jahre durch einen Film des französischen Meeresforschers Jaques-Yves Cousteau gesteigert. Allerdings hat er damit den hier lebenden Tieren keinen so großen Dienst erwiesen.
Für die Tourismusindustrie lag es nahe, die Tiere in den Dienst des Fremdenverkehrs zu stellen. 1996 waren bereits 700.000 Touristen auf der "Jagd" nach den Walen und Delphinen. Nur in Amerika werden noch größere Besucherzahlen verzeichnet.
Allerdings bekommt der viele Besuch den Tieren nicht. Familienverbände lösen sich auf und die Tiere weisen deutliche Streßsymptome auf. Zwischenzeitlich erlassene Vorschriften werden leider nicht immer eingehalten. Dazu kommt, dass die Umweltbehörde nur ein Boot zur Verfügung hat, um das Geschehen auf dem Wasser zu beobachten.
INFO WALE UND DELPHINE
Da wir uns wider besseres Wissen einer Begegnung mit den Tieren nicht entziehen können, versuchen wir wenigstens einen (dem äußeren Anschein nach) seriösen Anbieter auszuwählen.
Nach relativ kurzer Zeit haben wir Glück und treffen auf eine kleine Gruppe von Delphinen, die sich eine ganze Weile am Boot aufhält. In der Ferne ist auch eines der historischen Ausflugsschiffe zu erkennen.
Neben dem Geschehen im Wasser hat man vom Boot aus auch einen schönen Blick auf die Steilküste von Los Gigantes und die gesamte Insel.
Mittwoch, 04. August 1998
Heute geht es in den Norden der Insel nach Puerto de la Cruz. Die Stadt liegt mitten im Orotava-Tal, das schon von Alexander von Humboldt 1799 hingebungsvoll beschrieben wurde.
Puerto de la Cruz, 28.000 Einwohner und über 30.000 Hotelbetten, ist das größte Ferienzentrum im Norden der Insel. Das milde Klima ist zwar nicht immer mit Sonnenschein verbunden, gilt aber als ausgeglichen und gesund. Von den Einheimischen wird die Stadt nur kurz Puerto genannt.
Puerto de la Cruz wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Hafenstadt (Puerto de la Orotava) des Städtchens La Orotava gegründet. Der Vulkanausbruch von 1706, der den damals wichtigsten Hafen Garachico zerstörte, beschleunigte die weitere Entwicklung,
obwohl die häufig rauhe See beim Be- und Entladen oft hinderlich war. Eines der Haupttransportgüter war Wein. Mit dem Niedergang des Weinanbaus ließ auch die Bedeutung des Hafens nach. Dazu trug auch der Ausbau der Landverbindungen bei, der zunehmend den Hafen der Hauptstadt Santa Cruz stärkte.
Auch beim Tourismus war die Stadt anderen Orten auf der Insel um Jahre voraus. Das günstige Klima wurde bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts von gutbetuchten Europäern geschätzt. Der endgültige Durchbruch kam dann in den 50er Jahren, noch lange vor der Entwicklung im Süden.
Unser Hauptziel ist der anfangs der 70er Jahre eröffnete LORO PARQUE. Seit seiner Eröffnung zählt der heute 120.000 m2 große Park zu den größten Anziehungspunkten auf Teneriffa.
Die ursprünglich als Papageienpark (mit Zuchtstation für vom Aussterben bedrohte Arten) konzipierte Anlage wurde in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Tierpark erweitert. Neben immerhin 200 von weltweit 335 Papageienarten gibt es u.a. Delphine, Krokodile, Galapagos-Schildkröten, Seelöwen, Gorillas und Tiger zu sehen.
Eine der neueren Attraktionen ist eine Fledermaushöhle und ein Meeresaquarium mit einem Glastunnel. Wer von Papageien nicht genug bekommen kann, dem sei das spezielle Museum (Porzellanpapageien, auch viel Porzellan aus Deutschland) nahegelegt. Wir waren nicht drin.
Aus unserer Sicht absolut nicht zu empfehlen sind die speziellen Papageivorstellungen. Die Veranstaltungen finden in einem kleinen Gebäude, i.d.R. vor vollem Haus statt. Unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Zuschauer, vor allem der Kinder, werden die Tiere zu allerlei Kunststücken animiert.
Wir konnten uns nicht so recht daran ergötzen. Ähnliche Gefühle beschleichen einen bei den Vorstellungen im Delphinarium und bei den Seelöwen. Gerade bei den Delphinen fällt es wirklich schwer zu glauben, dass sich die Tiere in der Enge des Beckens wohlfühlen.
Auch dem Pflanzenfreund wird im Park einiges geboten. Es gibt eine Vielzahl von tropischen und subtropischen Pflanzen aus aller Welt. Besonders sehenswert sind das Orchideenhaus und ein kleiner Drachenbaumhain.
Etwas untypisch anzusehen ist die Nachbildung eines thailändisches Dorf im Eingangsbereich.
Nicht gerade ein Schnäppchen sind die Eintrittspreise im Park. Aber wenn man sich Zeit läßt den Park zu erkunden und davon absieht, dass es an einigen Stellen in der Hochsaison sehr voll werden kann, trotzdem lohnenswert.
Zudem haben wir insofern Glück, dass wir bei der Anmietung unseres Autos ein paar Eintrittskarten (u.a. auch für den Loro Parque) für jeweils eine Person gratis bekommen haben. Es empfiehlt sich also auf so etwas zu achten.
Donnerstag, 05. August 1998
Nachdem wir vor zwei Tagen bereits auf dem Wasser waren, haben wir für heute nochmals eine längere Bootstour (ausgeschrieben als "Typisch Kanarischer Familienausflug") gebucht. Los geht es vom Hafen in Los Cristianos.
Die gesamte Tour dauert 5 Stunden und führt uns in eine (leider nicht so leere) Bucht zum Baden, hier gibt es auch ein kanarisches Mittagessen und Getränke. Die restliche Zeit wird mit sonnenbaden verbracht.
Auf der Hin- und Rückfahrt ist Gelegenheit zum WHALE WATCHING.
Hier geht es weiter mit der zweiten Woche auf Teneriffa ...