W A L E   U N D   D E L P H I N E


Wale gehören zur Gruppe der Meeressäugetiere. Sie sind Warmblüter und atmen an der Wasseroberfläche. Die größeren Exemplare nennt man Wale und die etwas kleineren Delphine oder Tümmler. Man unterteilt sie in Zahnwale und Bartwale. Teneriffa, bzw. die Kanarischen Inseln zählen neben Kanada, Alaska, Grönland, Norwegen, Kalifornien und Mexiko zu Gebieten in denen man diese Tiere antreffen kann.

Unter den 79 verschiedenen Arten die die Ozeane bevölkern, sind immerhin 26 in den Gewässern der Kanarischen Inseln anzutreffen. Am häufigsten sind die Zahnwale und hier insbesondere der Kurzflossen-Grindwal sowie verschiedene Delphinarten. Die Tiere leben das ganze Jahr über in den kanarischen Gewässern, da Temperatur und Stille stimmen sowie ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Grindwal

Der Kurzflossen-Grindwal gehört zur Familie der Delphine und ist vielleicht besser bekannt unter dem Namen Pilotwal. Die Tiere sind in den lauwarmen Gewässern des Atlantik, Pazifik und dem Indischen Ozean beiseitig des Äquators bis zum 30sten Breitengrad (Teneriffa liegt am 28.) anzutreffen. Grindwale leben oft in Gruppen von mehreren hundert Einzeltieren zusammen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine Kerngruppe (15-20 Tiere), die von weiblichen Tieren, Jungtieren und einem männlichen Begleittier gebildet wird.

Das männliche Tier kann eine Länge von etwa 8 Meter und ein Gewicht von etwa 2500 kg erreichen. Die weiblichen Tiere sind i.d.R. etwas kleiner. Im Regelfall bewegen sie sich mit Geschwindigkeiten von ca. 6 km/h im Wasser, können aber in Gefahrensituationen bis auf annähernd 45 km/h beschleunigen. Um Nahrung zu suchen, tauchen die Wale bis in Tiefen von 600 m ab. Täglich müssen 50 bis 60 kg an Nahrung (Tintenfisch und andere Fische) zugeführt werden.

Die sexuelle Reife wird beim Weibchen mit 6 Jahren, beim männlichen Tier etwa mit 12 Jahren erreicht. Nach einer Trächtigkeit von 15 bis 16 Monaten wird ein Jungtier geboren. Bis zum nächsten muß die Mutter dann 4 Jahre warten. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 40 Jahren.

Der Grindwal ist eine Spezies mit einer häufigen Tendenz zur Strandung, daher auch der Name "Pilotwal". Die Gruppe folgt dem Leittier auf Gedeih und Verderb. Aber auch durch den Menschen sterben noch heute Hunderte von Tieren. Traurige Berühmtheit haben sicher die jährlichen "Massenmorde" auf den Färöer-Inseln. Trotz Jagdverbot der Internationalen Walkommission von 1982 setzen Länder wie Japan, Norwegen und Island die Jagd unter dem Mantel wissenschaftlicher Untersuchungen fort.

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Dem Grindwal begegnet am häufigsten zwischen den Inseln La Gomera und Teneriffa. Wenn man von Los Cristianos oder Puerto Colon startet, ist die Chance sie zu erblicken sehr gut. Die stark gebogene Rückenflosse machen Tiere eigentlich unverwechselbar. Die Zahl der hier lebenden Tiere wird auf etwa 300 Exemplare geschätzt. Saisonbedingt kommen einige Tiere hinzu. Es kann auch durchaus vorkommen, einzelne kleine Gruppen von Grindwalen in der Gesellschaft des Großen Tümmlers oder des Pottwals anzutreffen. Auch ankernde Schiffe sind oft Ziel ihrer Neugierde.

Delphine

Die drei häufigsten Delphinarten, die man in kanarischen Gewässern zu Gesicht bekommt, sind der Große Tümmler, der Gewöhnliche Delphin und der Atlantische Fleckendelphin. Sie unterscheiden sich von den Grindwalen vor allem durch die geringere Größe und einen hydrodynamischeren Körperbau. Auch die Kopfform ist wesentlich charakteristischer.

Der Große Tümmler ist nicht zuletzt aufgrund seiner zahlreichen Fernsehauftritte (u.a "Flipper") der vielleicht bekannteste aller Arten. Erwachsene Männchen können eine Länge von bis zu 4 Metern erreichen, die Weibchen etwa 3 Meter. Die graue Körperfarbe wird am Bauch etwas heller. Einige Tiere sind am Bauch sogar rosarot. Wie der Grindwal, so ist auch der Große Tümmler ein ständiger Besucher der Küstengewässer im Südwesten Teneriffas. Nicht selten kann man hier Gruppen von bis zu 20 Tieren in Küstennähe beobachten. Weiter draußen sind auch größere Gruppen anzutreffen. Günstige Startpunkte sind die Häfen von Los Gigantes und Playa San Juan.

Der Gewöhnliche Delphin ist, sofern man ihn zu Gesicht bekommt (er hält sich von den Küsten fern), aufgrund seines Farbmusters und der V-förmigen Zeichnung an den Flanken (siehe Abbildung) unverwechselbar. Das Tier wird selten größer als 2,30m. Auch der Gewöhnliche Delphin lebt in größeren Gruppen ganzjährig in den kanarischen Gewässern. Wie alle Delphine ist auch er sehr neugierig.

Der Atlantische Fleckendelphin ist sehr verspielt und trägt den Beinamen "Streuner". Er ist ähnlich groß wie der Gewöhnliche Delphin, wird aber häufig mit dem Großen Tümmler verwechselt. Lebensraum ist überwiegend die Tiefsee. Sehen kann man ihn eher in den Winter- und Frühlingsmonaten.

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Großer Tümmler
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Gewöhnlicher Delphin
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Atlantischer Fleckendelphin
 


Die Autonome Regierung der Kanarischen Inseln hat 1995 eine Bestimmung zur Regelung der Beobachtung von Walen und Delphinen verabschiedet. Darüber hinaus wird ein Artenschutzprogramm unter Leitung des Stellvertretenden Rates für Umweltfragen durchgeführt. Die Bestimmungen, die bei der Beobachtung von Walen und Delphinen beachtet werden müssen, lassen sich in folgenden Verhaltensregeln zusammenfassen:

 Fahrt mit gedrosselter Geschwindigkeit und parallel zur Bewegungsrichtung der Tiere.
 Bewahrung einer angemessenen Entfernung, auch bei Stillstand des Bootes.
 Vermeidung von Bootsanhäufungen im Umkreis einer Gruppe von Tieren.
 Keinerlei Würfe von Gegenständen oder Lebensmitteln von Bord aus.
 Kein Baden oder Tauchen in der Nähe der Tiere ohne Erlaubnis.
 Vermeidung von abrupten akustischen Signalen in Gegenwart der Tiere.
 Keine plötzlichen Richtungsänderungen sowie Abfahrt mit Minimalgeschwindigkeit.


Die Informationen und Abbildungen wurden überwiegend entnommen:

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