|
| ![[Condor]](domrep01.gif) |
Da unsere Urlaubsplanungen sich in diesem Jahr sehr schwierig gestalten, entscheiden wir uns zum ersten Mal einen Last Minute-Urlaub zu riskieren.
Nur haben wir keine klaren Vorstellungen davon, wo es denn hingehen soll. Diverse Recherchen im Internet, an Flughäfen und den Aushängen der Reisebüros bringen uns auch nicht weiter.
Da mittlererweile schon September ist und der Sommer sich dem Ende zuneigt sollte es schon etwas wärmeres sein. Eher zufällig finden wir ein augenscheinlich günstiges Angebot in die Karibik - Dominikanische Republik.
Allerdings 3 Wochen (all inclusive) im Hotel - nicht gerade mein Traum.
|
|
| ![[Karte]](domrep02b.gif) |
Das Reiseziel heißt Sosua und liegt im Norden, in der Nähe von Puerto Plata. Nach allem was wir bisher von diesem Ziel wissen, ist das auch im Gegensatz zum Osten (Punta Cana) die preiswertere Gegend. Mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind.
Da Karibik aber immer nach blauem Wasser, blauem Himmel, weissem Strand und Erholung klingt und wir auch nicht mehr viel Zeit zum Überlegen haben greifen wir zu.
|
|
| ![[Flughafen]](domrep03.gif) |
05. September 1997 Abflug morgens um 08.00 Uhr bei regnerischem Wetter. Der Abschied fällt um so leichter. Unser Ziel, der Flughafen von Puerto Plata liegt 7.850 km von Berlin entfernt.
Die Flugstrecke der Condor-Maschine verläuft jedoch nicht direkt nach Puerto Plata, sondern macht jeweils auf dem Hinflug einen Zwischenstop in Punta Cana.
Die Ankunft ist für 17.40 Uhr geplant. Puerto Plata erreichen wir gegen 19.30 Uhr (13.30 Ortszeit - also in der vollen Hitze). Gegenüber den Reisen nach Australien, Neuseeland oder auch an die amerikanische Westküste ist die Flugzeit mit etwa 9,5 Stunden ganz akzeptabel.
Am Flughafen werden wir abgeholt, ein Bus wartet, und ab geht's zum Hotel. Der erste Eindruck vom Land ist gleich sehr intensiv: Die Sonne brennt unbarmherzig, überall stehen Palmen und die Dominikaner wuseln überall umher.
|
|
| ![[Caribe Campo]](domrep04.gif) |
Die Eindrücke auf der Fahrt zum Hotel sind gespalten. Die Lage der einzelnen Hotels, an denen die ersten Touristen abgesetzt werden ist sehr unterschiedlich. Ebenso der äußere Eindruck der Anlagen. Nach geraumer Zeit erreichen wir dann unser Hotel (CARIBE CAMPO CLUB).
Wenn die direkte Anfahrt und die unmittelbare Umgebung ein entscheidendes Kriterium sind, dann würde ich das ganze als Reinfall einstufen. Das umliegende Gelände wird zwar von Vegetation dominiert, allerdings liegen dazwischen auch größere Brachflächen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit wilden Müllkippen nicht leugnen können.
|
|
| ![[Bananen]](domrep22.gif) |
Zum Glück setzt sich dieser Eindruck in der Anlage nicht fort. Wir können zwar nur einen kurzen Blick erhaschen, da erstmal andere Probleme anstehen, aber was wir sehen, sieht ganz vielversprechend aus.
Der Club bietet ein angenehmes Urlaubsambiente. Die mehrstöckige und sehr hell gehaltene Anlage hat eine Hanglage über einer großen Poolanlage mit zwei Swimmingpools und ist von üppiger Vegetation umgeben. Wer, so wie wir, den großen Rummel nicht so mag, hat auf der gegenüberliegenden
Seite in einem ruhigeren Nebentrakt einen weiteren etwas kleineren Pool zur Verfügung. An den Wegen in der Anlage überwiegen Palmen und auch Bananenstauden (siehe nebenstehendes Foto). Wir beziehen zunächst unser Zimmer (Einzelzimmer ohne Klimaanlage) und machen uns dann im Pool etwas frisch. Heute werden wir nicht mehr sehr alt.
|
|
| ![[Strand]](domrep05.gif) |
06. September 1997 Obwohl wir uns nach Möglichkeit auch hier auf eigene Faust ein Bild von Land und Leuten machen wollen, hören wir uns die Vorschläge des Reiseveranstalters an. Die angebotenen Touren sind recht vielfältig, aber nach unseren Erfahrungen sicher auch kostengünstiger zu realisieren.
Im weiteren Tagesverlauf sehen wir uns erstmal gründlich in der Anlage um. Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus zum Strand von Sosua. Es ist relativ viel los. Das glasklare Wasser empfinden wir als extrem salzig. Den Rest des Tages vertrödeln wir am Strand und im Wasser, was mir sehr schwer fällt. Auffällig sind die vielen Einheimischen, die sich mit verschiedensten Lebensmitteln
versuchen etwas zu verdienen. Allerdings wird das zunehmend schwieriger, da die Touristen in den "All inclusive"-Anlagen gerade mit Nahrungsmitteln rund um die Uhr versorgt werden.
|
|
| ![[Ausritt]](domrep06.gif) |
07. bis 09. September 1997 Die ersten Tage verbringen wir noch mit Erkundungen in der näheren Umgebung des Hotels bzw. von Sosua. Dazu zählt auch ein erster Ausflug mit Pferden.
Mit etwas Glück gelingt es uns außerdem unser Zimmer in ein richtiges Appartement zu tauschen, da unser altes Zimmer zur Hoteleinfahrt lag und selbst nachts ziemlich beschallt wurde.
Jetzt haben wir einen wunderschönen Blick über die gesamte Anlage und die Baumwipfel. Bei den Touren innerhalb der Hotelanlage trifft man allerlei absonderliche Tierchen. Zu den interessantesten zäht u.a. ein in unseren Augen riesiger Tausendfüßler, der nach Meinung einiger Augenzeugen sehr giftig sein soll.
|
|
| ![[Kuehe]](domrep07.gif) |
10. September 1997 Heute steht unser erster Ausflug an. Es geht zur Discovery Bay nach Punta Rucia. Da es ein vom Hotel organisierter Ausflug ist, werden mit dem Kleinbus erst noch ein paar nahegelegene Hotels abgeklappert. Dann geht es ab in Richtung Westen, denn unser Ziel liegt nur wenige Kilometer von Grenze zu armen Nachbarstaat Haiti entfernt.
Auf unserer Strecke bekommen wir das pralle Leben dieser karibischen Insel zu sehen. Zum Beispiel ein reichliches Verkehrschaos. Zwar kein dichter, dafür aber sehr abenteuerlicher Verkehr. Auf dieser Strecke über Puerto Plata kam etwa ein Jahr später der Sänger FALCO ums Leben. Nicht selten werden ganze Rinderherden die Straße entlanggetrieben. Deshalb liegt oft auch totgefahrenes Vieh auf der Straße.
Ein optischer Anziehungspunkt sind dagegen die vielen farbenfroh angestrichenen Holzhütten unter den Palmen.
|
|
| ![[Kirche]](domrep08.gif) |
Zwischenzeitlich ändert sich auch der Fahrbahnbelag. Die Straße ist nun geschottert. Man merkt, daß es in Richtung Grenze geht. In einem einsamen Gebiet erreichen wir den Templo de las Americas, eine im Kolonialstil errichtete Gedächtniskirche (siehe Foto). Hier hat Kolumbus im Dezember 1492 auf seiner ersten Reise die Nordküste der Insel erreicht. Da sein Schiff, die Santa Maria leck schlug, ging man hier vor Anker und errichtete aus den Überresten des Schiffes die ersten Hütten.
Einige der Männer, die auf den restlichen Schiffen keinen Platz mehr fanden (insgesamt waren es 39), wurden zurückgelassen. Sie sollten die Stellung bis zu einer späteren Rückkehr von Kolumbus halten. Die Siedlung wurde aufgrund des Datums La Navidad (Weihnachten) getauft.
Elf Monate später kam Kolumbus tatsächlich an den Ort zurück. Doch es war zu spät. Die Siedlung war zerstört und die 39 Männer waren tot.
10 Kilometer weiter wurde 1494 die erste Siedlung der neuen Welt La Isabela (benannt nach der spanischen Königin Isabel) gegründet. Heute ist davon allerdings nicht mehr viel zu sehen. Zudem vernichtete ein Hurrikan der vergangenen Jahre, der Teile des Ufers abbrach, wertvolle archäologische Fundstücke. Andere Überreste wurden vom ehemaligen Diktator Trujillo ins Meer geworfen, um seine Vorstellungen einer "ordentliche" Gedenkstätte zu verwirklichen. Dazu ist es allerdings nie gekommen.
|
|
| ![[Maedchen]](domrep09.gif) |
Einige Kilometer weiter, nachdem wir die mangrovenbestandene Hondo-Mündung (ein Lebensraum von Seekühen) passiert haben, erreichen wir einen der schönsten Strände in der Gegend an der Punta Rucia.
Highlight ist unter anderem ein verträumtes Fischerdorf mit wirklich freundlichen Leuten. Der Massentourismus hat hier noch keinen Einzug gehalten. Aber man merkt, daß auch das nicht mehr allzu lange dauern wird.
Wir schlagen für die nächsten Stunden unser Lager auf und bekommen erst mal ein leckeres Mittagessen vorgesetzt. Das Essen ist typisch karibisch: Reis, Kochbananen, Meeresfrüchte, Fleisch und Fisch. dazu natürlich viel frische Obst.
In der Zeit von April bis September sollte man nach Möglichkeit auf den Verzehr von Fisch verzichten. In dieser Zeit kann es zu schweren Vergiftungen kommen, die mitunter auch tödlich ausgehen können.
|
|
| ![[Discovery Bay]](domrep10.gif) |
Nach einer kleinen Pause in einer gemütlichen Hängematte geht es mit einem Schnellboot aufs Wasser und zu einer kleinen Sandbank. Mit an Bord das Nötigste um vor Ort zu schnorcheln. Im klaren Wasser ist das auch absolut spektakulär: Korallen, Fische, Krebse, Quallen, Haie - na Quatsch. Aber wirklich, die Vielfalt der Unterwasserwelt ist faszinierend auch wenn wir nicht als Taucher voll in sie eindringen.
Im Übereifer hole ich mir etliche blutige Schrammen an den scharfen Korallen und Margit verliert auf der Flucht vor den Quallen einen wertvollen Ring. Wir suchen zwar noch einen Augenblick, aber das kann man vergessen, der ist weg.
Auf dem Rückweg zum Ufer haben wir Glück und erspähen vom Boot aus fliegende Fische. Als Gag fahren wir dann noch ein paar Runden mit den an allen Stränden der Welt vorhandenen Banana-Booten.
Die Rückfahrt ins Hotel verläuft dann erlebnisreich wie die Hinfahrt. Kurz vor uns sind gerade zwei Kühe totgefahren worden und blockieren nun einen Teil der Straße.
|
|
| ![[Echse]](domrep11.gif) |
11. September 1997 Den Vormittag verbringen wir an der ruhigen Poolanlage. Diesen Platz bevorzugen wir gegenüber der Hauptanlage auf der anderen Seite des Hotels. Hier sind auch tagsüber nur wenig Leute anzutreffen. Alle zwei Tage werden im Pool Tauchkurse für Einsteiger durchgeführt.
Häufige Stammgäste im Poolbereich sind kleine Eidechsen in allen möglichen Farbschattierungen. Am Abend besuchen wir eine der regelmäßigen Abendshows im Hotel. Zugegeben hier hat man sich wirklich Mühe gegeben. Vor allem die Musik, der Merengue, ist genial.
|
|
| ![[Cibao]](domrep12.gif) |
12. September 1997 Heute ist mein Geburtstag. Da wir eine größere Tour vorhaben, finden die "Feierlichkeiten" schon um 05.30 Uhr in der Frühe statt.
Heute werden wir die in den dominikanischen Alpen gelegene Stadt Jarabacoa und auf dem Weg dorthin die mit 550.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Santiago besuchen.
Die Stadt liegt am Rande äußerst fruchtbaren Cibao-Tals (siehe Foto), der "Kornkammer" des Landes und am Nordausläufer der Cordillera Central. Hier ließ der Kolumbusbruder Bartolomé zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Siedlung errichten, der er den Namen Santiago de los 30 Caballeros" (Sankt Jakob der 30 Ritter) gab.
Die Ortschaft wurde 1562 durch ein schweres Erdbeben zerstört. Ein Jahr später wurde der Aufbau einer neue Stadt mit einem schachbrettartigen Grundriss begonnen. Der Name wurde in Santiago de los Caballeros gekürzt. So heißt sie auch heute noch.
|
|
| ![[Monument]](domrep13.gif) |
Eine der umstrittensten Sehenswürdigkeiten ist das Monumento a los Héroes de la Restauración de la República. Das Denkmal wurde 1940 errichtet und erinnert an die Helden von 1865 sowie die Wiederherstellung der dominikanischen Republik gegen den spanischen Widerstand.
Auch hier hat der ehemalige Diktator Trujillo seine Spuren hinterlassen. Das für karibische Verhältnisse gewaltige Gebäude ist mit seinem immerhin 67 m Höhe von fast jedem Punkt der Stadt aus zu sehen. Die Turmspitze ist per Aufzug erreichbar (sofern er gerade funktioniert oder nicht gesperrt ist).
Von oben hat man einen sehr guten Überblick über die Stadt. Das Gebäude wurde zum Teil aus Marmor errichtet.
|
|
| ![[Jarabacoa]](domrep14.gif) |
Um die Mittagszeit geht es weiter nach Jarabacoa. Die Stadt ist aufgrund des alpinen Charakters eigentlich kein typisch karibischer Ort. Es dominieren grüne Wiesen mit Kühen und Nadelbäume. Die sonst gewohnten Palmen fehlen hier. Auch das Klima hat sich deutlich abgekühlt ist aber trotzdem noch angenehm. Irgendwie fühlt man sich wie in einem Kurort in den Alpen.
Von unserem Zwischenstopp, einer kleinen Ranch, geht es mit Pferden weiter zum eindrucksvollen Wasserfall Saltos de Baiguate. Die letzten Meter müssen allerdings zu Fuß zurückgelegt werden. Hier verdienen sich tollkühne Einheimische ein paar Peso, indem sie von den Klippen in den kleinen Teich am Wasserfall springen.
Das Wasser ist eiskalt aber trotzdem angenehm und erfrischend. Nach der Rückkehr wartet ein üppiges Mittagsbuffet auf uns, daß wir genießen. Auf dem Gelände gibt es ein paar zahme kleine Papageien, die sich sogar mit Genuß den Nacken kraulen lassen und ein paar Töne hervorbringen.
Auf der Heimfahrt ins Hotel besichtigen wir noch eine Keramikfabrik. Allerdings ist aufgrund der enormen Hitze das Interesse schnell erlahmt. Zumal die Endprodukte, z.B. bemalte Puppen, nicht so ganz unseren Geschmack treffen.
Da wir erst spät abends zurückkehren, verbringen wir den letzten Teil des Tages auf unserem Balkon und genießen die kühle Nacht und den Blick in den Himmel.
|
|
| ![[Flugzeug]](domrep15.gif) |
13. September 1997 Den 13. September verbringen wir in der Hotelanlage mit lesen, baden und sonnen obwohl ich sehr zappelig bin und mich wenig im Hotel hält.
14. September 1997 Heute steht ein Ausflug in den äußersten Südosten des Landes an. Es geht sehr früh per Inlandsflug mit einer kleinen Maschine nach La Romana und zum Dorf Altos de Chavón und von hier weiter zur vorgelagerten Insel Saona. Der Flug dauert etwa 50 Minuten.
|
|
| ![[La Romana]](domrep16.gif) |
In La Romana bestand über Jahrhunderte nichts weiter als ein kleines Dörflein. Bereits 1502 wurde die Gegend auf der Suche nach Gold erkundet - allerdings ohne Erfolg. Erst Jahrhunderte später erweckte der Zuckerboom das Dorf aus dem Dornröschenschlaf. Der Ort wuchs zu einer Stadt mit Hafen heran.
Die US-Firma Gulf and Western errichtete hier ab 1930 die bis heute größte Zuckerraffinerie des Landes. Die Straßen verlaufen alle schnurgerade wie auf einem Schachbrett, die Häuser sind buntbemalt. Zentraler Punkt ist der Parque Duarte, der sich gut für eine Pause eignet. Der Verkehr hält sich hier noch in Grenzen, so daß man bequem durch die Straßen schlendern kann.
Der Hafenbereich, von dem auch die Ausflugsboote zur Isla Catalina starten, kann dann nicht mehr ganz mit dem sonstigen Charme der Stadt mithalten.
|
|
| ![[Blume]](domrep19.gif) |
Von La Romana geht es mit dem Bus weiter zur Casa de Campo, der exclusivsten Ferienanlage der Insel. Casa de Campo bedeutet zu deutsch "Landhaus". Echt glattes Understatement bei 2.800 ha. Das entspricht etwa 3.500 Fußballfeldern. Geistiger Vater der Anlage ist Charles Bluhdorn, der ehemalige Chef der Gulf and Western Industries. Hier sollte eine erstklassige Anlage in totaler Abgeschiedenheit für die Zerstreuung der gestreßten internationalen Finanzelite entstehen.
Heute stehen hier verschiedene Ferienhäuser, fast tausend Villen, drei Golfplätze, 13 Tennisplätze, 20 Swimmingpools, neun Restaurants, sieben Bars usw. Die Liste läßt sich beleibig fortsetzen - sogar ein eigener Flugplatz ist vorhanden. Wer mag und das nötige Kleingeld hat, kann sich innerhalb der Anlage auch mit kleinen Elektroautos fortbewegen. In einem der schönen Restaurants bekommen wir unser leckeres Frühstück. Dazu gibt es Livemusik (Gitarre und Gesang) von einem Einheimischen.
|
|
| ![[Altos de Chavon]](domrep17.gif) |
Dann geht es weiter nach Altos de Chavón. Das erst 1977 in einer weitläufigen Parkanlage künstlich geschaffene Dorf liegt etwa 8 Kilometer von La Romana entfernt an einem Hang hoch über dem Río Chavón. Daher kommt auch der Name "Anhöhen von Chavón".
Gründer war wiederum Charles Bluhdorn. Er ließ das Dorf nach dem Vorbild einer mediterranen Stadt des 16. JH errichten. Die Steine wurden zum Teil aus dem Ausland herbeigeschafft und speziell behandelt um einen Patina-Effekt zu erzielen.
Schmiedeeiserne Laternen vervollständigen den Eindruck. Im Dorf leben dominikanische Künstler und Kunststudenten. Sie verbessern und erweitern die Anlage ständig. Wer hier ein Stipendium beziehen darf, kann sich glücklich schätzen.
|
|
| ![[Amphitheater]](domrep18.gif) |
Das Dorfzentrum bildet ein andalusischer Platz, der Piazza genannt wurde. Von hier führen Wege zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Bemerkenswert ist vor allem das Amphitheater, das immerhin 5.000 Plätze aufweist. Die gelegentlich stattfindenden Konzerte sind in der Regel ausverkauft.
Aufgetreten sind hier u.a. schon Julio Iglesias und Frank Sinatra. Mit zum Programm gehört eine Stipvisite im Archäologischen Museum, daß sich der Kultur der Ureinwohner widmet.
|
|
| ![[Fluss]](domrep20.gif) |
Von der Terasse eines Restaurants hat man einen atemberaubenden Blick auf den Río Chavón, der sich zu unseren Füßen durch den Dschungel schlängelt.
In diesem Gebiet entstand ein Teil der Filmaufnahmen zum amerikanischen Antikriegsfilm "Apocalypse Now". Der Kontrast zwischen dem was wir hier alles sehen und dem bisher Erlebtem auf der Insel, die ja eher der Dritten Welt zuzuordnen ist, ist schon gewaltig. Für einen Augenblick hatten wir echt vergessen, daß wir in der Dominikanischen Republik sind.
Wir steigen die steilen Klippen zum Fluß hinab und begeben uns auf kleine Motorboote, mit denen wir zur Insel Saona gefahren werden. Vorher gibt es noch etwas frisches Obst und Kokosmilch.
|
|
| ![[Strand]](domrep21.gif) |
Nach etwa einer dreiviertel Stunde erreichen wir Saona. Unterwegs lassen wir uns von der tollen Kulisse beeindrucken. Karibik pur - blauer Himmel, türkisfarbenes Wasser, goldene Strände und Palmen ohne Ende.
Nach der Anlandung fallen wir als erstes über das üppige Mittagsbuffet her. Danach wird der Strand und die Umgebung erkundet. Wenn wir hier allein wären, dann käme das dem Paradies schon ziemlich nahe. Aber so teilen wir unsere Erlebnisse mit den anderen Touristen. Am Strand steht eine kleine Bühne, auf der einige Dominikaner Merengue tanzen.
Wir kehren dem Trubel den Rücken und erkunden in einem längeren Spaziergang etwas entlegenere Strandabschnitte auf der Suche nach ein paar interessanten Schätzen aus dem Meer.
Wie nicht anders zu erwarten, werden wir auch fündig. Bis auf ein wenig karibischen Sand und ein paar kleine Muscheln entschliessen wir uns jedoch alles an seinem ursprünglichen Platz zu belassen.
|
|
| ![[Show]](domrep23.gif) |
15. September 1997 Den Tag verbringen wir wieder am Pool und am Strand bei Planungen für den nächsten Tag. Heute bekomme ich Ohrenschmerzen, die mit der Zeit immer heftiger werden und einem fast den Verstand rauben.
Durch Gespräche mit anderen und Gerüchte, die wir bereits im Vorfeld aufgeschnappt haben, ist die Ursache relativ klar. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Wasser der Poolanlagen verunreinigt. Das scheint sich auch dadurch zu bestätigen, dass in diesen Tagen öfter mal Wasserproben entnommen werden.
Wer also vorhat, in Hotelanlagen regelmäßig baden zu gehen sollte diesbezüglich etwas vorsichtig sein oder zumindest ein paar echt gut Schmerztabletten dabei haben.
Am Abend besuchen wir wieder eine der Hotel-Shows, die wie immer unter freiem Himmel stattfinden.
|
|
| ![[Armee]](domrep24.gif) |
16. September 1997 Heute wollen wir eigentlich mit zwei Mädels aus München, die wir hier kennengelernt haben, auf eigene Faust die Halbinsel Samaná erkunden.
Doch die Taxifahrer weigern sich in diese Gegend zu fahren, da nach den neuesten Informationen dort Unruhen stattfinden. Die Dominikaner gehen für bessere Lebensbedingungen auf die Straße. Dabei ist es wohl zu Zusammenstössen mit Polizei und Armee gekommen.
Diese Infos bekommen wir allerdings nur unter der Hand von den einheimischen Taxifahrern, von der deutschen Reiseleitung erfährt man zu diesem Thema nichts. Da dieser Ausflug nun ins Wasser gefallen ist, gehen wir an den Strand nach Sosua und entscheiden uns, am nächsten Tag etwas anderes zu unternehmen.
|
|
| ![[Samana]](domrep25.gif) |
Schade ... Denn die Halbinsel Samaná zählt definitiv zu den schönsten Teilen des Landes. Bilderbuchstrände und üppige tropische Vegetation sind die charakteristischen Merkmale.
In der Bucht von Samaná liegt auch die Insel Cayo Levantado, zweiter Name Bacardi Island. Angeblich ist hier in einer der traumhaften Buchten der legendäre Werbespot gedreht worden.
Erster europäischer Besucher war, wie nicht anders zu erwarten, Kolumbus, der im Januar 1493 hier an Land ging.
|
|
| ![[Surfer]](domrep26.gif) |
17. September 1997 Heute geht es ein Stück die Nordküste entlang in Richtung Osten. Die Tour haben wir einen Tag vorher mit den Taxifahreren ausgehandelt und einen Festpreis vereinbart. Allemal günstiger als über den Reiseveranstalter. Erster Zwischenstopp ist nach etwa 15 Kilometern in Cabarete, karibikweit eines der beliebtesten Ziele für Windsurfer. Hier werden regelmäßig Weltcuprennen durchgeführt. Während in Sosua mehr das Nachleben dominiert, ist es in Cabarete eindeutig der Sport.
Der breite Hauptstrand ist etwa 1000 Meter lang. Hier finden sich alle üblichen touristischen Einrichtungen und vor allem Surfschulen und Verleihstationen. Außerhalb dieses Strandabschnittes ist es relativ ruhig. Hier kommt auch niemand mit den sonst typischen Bauchläden vorbei. Im Hinterland besteht Cabarete im Wesentlichen aus den Häusern entlang der Durchgangsstraße.
|
|
| ![[Margit]](domrep27.gif) |
Nächste Station ist eine große Obstplantage. Zur Begrüßung gibt es ein paar Kostproben der einheimischen Obstsorten.
Danach beginnt eine Führung durch die Plantage. Wir sehen Kakao, Kaffee, Ananas, Bananen, auch die kleineren Kochbananen, Kokosnüsse, Mangos, Papayas und und und... Die Führer sind sehr rührig und geben sich große Mühe alles gut und verständlich zu erklären.
In der Nachbarschaft befindet sich ein kleiner Laden, der bis unter die Decke mit Mahagonischnitzereien vollgestopft ist. Darunter sind einige wirklich beeindruckende Stücke. Da wir uns jedoch nicht so recht entscheiden können und die wirklichen Klasse-Stücke ziemlich teuer sind, gehen wir zur Enttäuschung der Besitzer ohne etwas zu kaufen.
|
|
| ![[Lagune]](domrep28.gif) |
Es geht wieder weiter entlang der Küstenstraße bis zum Río San Juan. Hier wartet eine einzigartige Sehenswürdigkeit: Die Laguna Grí-Grí.
Mit kleinen Booten werden wir durch Mangrovenwälder und kristallklares Wasser mit Unmengen von Krebsen, Fischen und Vögeln gefahren. Unterwegs halten wir in der berühmten Fledermaushöhle.
Ziel der Fahrt ist ein Karstquelltopf mit kühlem Süßwasser und ein Korallenriff. Hier bleibt Zeit zum baden, schnorcheln und entspannen.
Danach geht es weiter zum Playa Grande, einem kilometerlangen ziemlich ruhigen Traumstrand. Vor der Rückfahrt bleibt wiederum Zeit zum verweilen. Nach langen und zähen Verhandlungen, hier hat Margit sich wieder einmal durchgesetzt, erstehen wir einen schönen Delphin aus Speckstein. Im Nachhinein erfahren wir, daß andere für ähnliche Objekte mitunter deutlich mehr bezahlt haben.
|
|
| ![[Pool]](domrep29.gif) |
18. September 1997 Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, etwa jeden zweiten Tag im Hotel, am Pool oder am Strand in Sosua zu verbringen. Bei den Gratis-Drinks und solange genug Stoff zum Lesen da ist, läßt es sich aushalten.
Inzwischen sind 14 Tage vergangen, die meisten der Gäste, die mit uns angereist sind, sind wieder abgereist. Wir haben zum Glück noch eine Woche vor uns.
|
|
| ![[Rancho]](domrep30.gif) |
19. September 1997 Heute geht es zu einem Reitausflug ins Landesinnere. Unser Ziel ist die Rancho Montana. Hier werden wir von einer jungen deutschen Frau begrüßt, die uns begleiten wird. Sie ist vor Jahren aus Deutschland ausgewandert und verdient hier nun relativ entspannt ihren Lebensunterhalt. Zur Einführung bekommen wir ein paar Informationen über Land und Leute und Storys über die hier anzutreffenden Vogelspinnen. Begleiter auf unserer Tour ist ihre Hündin Nicola, die nach eigenen Angaben wohl schon so an die hundert Kinder bekommen hat.
Jedenfalls scheint sie noch ziemlich ausdauernd zu sein.
Nach ein paar einleitenden Worten besteigen wir Francesca, das ist mein Pferd und Antonio, Margits Pferd. Margit hat die schlimmsten Vorahnungen, da sie noch nie auf einem Pferd gesessen hat und wir wollen heute mehrere Stunden unterwegs sein. Zum Glück kann ich ihr wenigstens mit meiner gepolsterten Radhose ein wenig Linderung schaffen.
Doch ich werde mehr als überrascht. Margit sitzt auf dem Pferd als hätte sie nie etwas anderes getan. Selbst beim Galopp klappt alles ohne Probleme. Aus unserem ersten Ausflug haben wir gelernt, dass es pfiffiger ist, bei längeren Strecken lange Hosen anzuziehen.
|
|
| ![[Jurassic]](domrep31.gif) |
Gegen Mittag legen wir eine Pause zur Erfrischung ein. In dem Gebiet in dem wir uns befinden wurden einige Szenen für den Film Jurassic Park gedreht.
Zur Erfrischung gibt es frisches Obst, einen kleinen Imbiss und Kokosmilch. Bei mir zeigen sich inzwischen auch die ersten Verschleißerscheinungen. Die Hände weisen einige Blasen auf, die sich sehr schmerzhaft bemerkbar machen.
Am frühen Nachmittag gibt es einen weiteren Stop an einer kleinen Badestelle mit eiskaltem Wasser, das jedoch sehr erfrischend ist. Nach unserer Rückkehr zur Ranch sind wir echt erledigt. Auf der Heimfahrt auf dem LKW müssen wir uns von annähernd einem Dutzend kleinen Vogelspinnen trennen, die vom letzten Heutransport übriggeblieben sind.
|
|
| ![[Strand]](domrep32.gif) |
20. September 1997 Heute schieben wir wieder ein Hotel- und Strandtag dazwischen. Langsam hat man sich an den Rhythmus gewöhnt auch wenn zumindest ich lieber jeden Tag unterwegs wäre. Margit kann sich mit dem Strandleben gut arrangieren.
Wir sind heute mit ein paar Bekannten aus dem Hotel am Strand, mit denen wir schon das eine oder andere Mal etwas unternommen haben. Darunter befindet sich auch ein schwules Pärchen aus Berlin. Einer der beiden erregt rege Aufmerksamkeit unter den Einheimischen.
Er trägt unter anderem in der Nase durch die Nasentrennwand zwei kegelförmige Piercings, die ihm schnell den Namen "El Torro" (der Stier) einbringen. Auch die Brustwarzenpiercings werden bestaunt.
|
|
| ![[Fisch]](domrep33.gif) Man möge es mir bitte nachsehen, wenn es diesen Fisch tatsächlich hier gar nicht gibt. |
21. September 1997 Da unser für heute geplanter Ausflug um einen Tag verschoben werden muss, bleibt wiederum der Strand. Um die Zeit zu nutzen, leihen wir uns heute mal eine Schnorchelausrüstung. Wir erfahren schnell, dass sich das gelohnt hat. Selbst hier, nicht allzuweit vom Strand entfernt, bietet sich unter Wasser Erstaunliches.
Da wir bereits bei unseren ersten Besuchen gemerkt haben, dass die Fische auf Bananen stehen, haben wir heute wieder welche mit zum verfüttern. Also als Geheimtip sei das empfohlen. Zumindest hier in der Gegend fressen einem die Fische die Bananen fast aus der Hose.
Am Abend geniessen wir mal wieder eine hoteleigene Veranstaltung mit Folkloreprägung. Auch der erste Regenguß tut der guten Stimmung keinen Abbruch.
|
|
| ![[Jungle]](domrep34.gif) |
22. September 1997 Heute ist endlich wieder ein Tag mehr nach meinem Geschmack. Wir haben zusammen mit zwei Mädels aus München einen Ausflug zum Jungle River geplant. Um dorthin zu gelangen benutzen wir eines der landestypischen Guagua's. So groß wie ein VW-Bus aber so über 20 Leute passen locker rein. Wer zufällig beim TÜV oder in der Kfz-Branche arbeitet, sollte vielleicht lieber nicht mitfahren.
In Cabarete steigen wir nochmal kurz aus und fahren nach etwas Shopping dann mit einem anderen Fahrzeug weiter. Unser Ziel, der Jungle River, liegt etwa 20 Kilometer von Sosua entfernt.
Hier finden dreimal in der Woche geführte Touren in eindrucksvoller Umgebung statt.
|
|
| ![[Papagei]](domrep35.gif) |
Die Tour beginnt mit einem Besuch im Mini-Zoo an der Anlegestelle. Papageien, Schlangen und Vogelspinnen sind hier die Stars. Ein freundlicher Einheimischer versucht uns alles Wissenswerte näher zu bringen. Der Gag ist, vor ein paar Tagen war jemand mit einem kleinen Papagei im Hotel. Wer wollte, konnte sich mit dem Vogel für teures Geld fotografieren lassen. Heute können wir so viele Bilder machen wie wir wollen und die Vögel sind wesentlich imposanter.
Meine heimliche Liebe gilt einem Kakadu, der Coco heißt. Ihm scheint es genauso zu gehen, denn von meinem Basecap kann er sich kaum losreißen. Die Papageien sind, wie auch der Kakadu, Importe. Ein großer aus Brasilien und einer aus Panama. Der einheimische Vertreter ist da schon deutlich kleiner (siehe Hotelbesuch).
Unser Führer erklärt uns viel über den Ursprung, Gebrauch und Unterschiede der zahlreichen Bäume, Sträucher und Früchte.
Dann geht es zur Anlegestelle, denn auf die eigentliche Tour geht es mit dem Boot.
|
|
| ![[Krebs]](domrep36.gif) |
Wir fahren mit dem Boot durch eine langgezogene Lagune in Richtung Meer. Unterwegs bekommen wir zahlreiche Vögel, darunter ein Adlerpärchen, sowie Unmengen von Krabben und Krebsen zu Gesicht.
Gelegentlich treffen wir auf Fischer in abenteuerlichen Booten die von uns kaum Notiz nehmen. Unser Ziel ist ein einsamer Strand, der die Ausläufer der Lagune vom Meer trennt.
Wir haben Zeit für eine längere Pause und erkunden vor dem Mittagessen den Strand.
Nach etwa zwei Stunden geht es dann die Strecke zurück. Unser rühriger Führer hat sich ein zusätzliches Trinkgeld mehr als verdient.
Den Abend lassen wir mit einem gemütlichen Abend auf der Balkonterrasse ausklingen.
|
|
| ![[Zigarre]](domrep37.gif) |
23.und 24. September 1997 Unsere letzten Strandtage in der Karibik. Als wir am 24.09. zum Strand kommen, trauen wir kaum unseren Augen. Himmel und Menschen. Überall sitzen einheimische Familien bei Rum und Zigarren und feiern. Des Rätsels Lösung erfahren wir schnell. Heute ist Feiertag und zwar
Nuestra Senora de las Mercedes. Der Trubel heute ist kaum mit dem sonstigen Strandleben zu vergleichen. Die Dominikaner scheinen ihren freien Tag jedenfalls zu geniessen.
Den Rückweg zum Hotel nutzen wir letzmalig zum Einkauf, um uns noch mit einigen Andenken zu versehen. Unter anderem nehmen wir eine CD mit Merengue-Musik mit. Der Tophit wird fast jeden Tag bei uns im Hotel gespielt, so dass wir dem Händler zur Hilfe was vorbrummen können.
|
|
| ![[Gebaeude]](domrep38.gif) |
25. September 1997 Den letzten Tag nutzen wir für einen Ausflug nach Puerto Plata, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt ist mit 80.000 Einwohnern die größte Stadt an der Nordküste. Hier landen auch die meisten der Ferienflieger aus Europa, deren Ziel die Nordküste ist.
Puerto Plata wurde von Nicolas de Ovando im Jahr 1502, 10 Jahre nach dem ersten Besuch von Kolumbus, auf den der Name der Stadt (zu deutsch: "silberner Hafen") zurückgehen soll, gegründet. Bereits ein Jahrhundert nach der Entdeckung war die Hafenstadt ein Treffpunkt für lichtscheues Gesindel und ein Versteck für Schmuggler und Piraten, so daß der spanische König befahl, den Hafen und die Siedlung komplett zu zerstören. So geschah es dann auch.
|
|
| ![[Kanone]](domrep39.gif) |
Für die Fahrt nach Puerto Plata benutzen wir wieder ein Guagua. In dem Gefährt fallen wir auf, wie Braunbären am Nordpol. Nach der Ankunft ist einer der Insassen, ein älterer Herr, bereit uns zu unserem ersten Ziel, der Fortaleza San Felipe zu führen. Als er unterwegs fast nur von seinem schweren Leben, seiner Frau und seinen vielen Kindern erzählt, ahnen wir was uns wohl gleich bevorsteht.
Als wir am Ziel sind, verlangt er aus dem Stand einen nicht unbeträchtlichen Betrag für seine Dienste. Da das meine eigenen Vorstellungen bei weitem übersteigt, bekommt er am Ende gar nichts. Das Ergebnis ist ein leichter Tobsuchtsanfall, der zumindest in der einsamen Umgebung der Festung ein wenig bedrohlich wirkt. Die einzigen Geräusche kommen von einem Saxophonspieler, der irgendwo ein einsames Lied spielt. Margit hat entsprechend weiche Knie.
Wenn der Herr ein wenig jünger wäre, hätten wir uns vielleicht geprügelt. So zieht er von dannen, begleitet von Schimpftiraden. Für uns bleiben die Bedenken, dass er vielleicht mit allen Onkeln und Cousins zurückkommt.
|
|
| ![[Festung]](domrep40.gif) |
Die Festung, die wir uns eigentlich ansehen wollten, wurde bereits im 16. Jahrhundert (ab 1541) errichtet. Mit dem strategisch günstig gelegenen Bau wollte man Puerto Plata gegen Piratenüberfälle schützen.
Allerdings hatte sich mit der Fertigstellung im Jahr 1577 der Grund erübrigt, denn die Piraten kamen nun nicht als Räuber, sondern auf der Suche nach einem Versteck. Ein weiteres Jahrhundert später wurde die Festung zum Gefängnis umfunktioniert.
1844 wurde hier einer der drei dominikanischen Nationalhelden Juan Pablo einquartiert. Auch der Diktator Trujillo ließ hier unangenehme Zeitgenossen einsperren.
In den 1960er Jahren wurde die Anlage renoviert, so dass sie heute durchaus ansehnlich wirkt.
|
|
| ![[Amber]](domrep41.gif) |
Unser nächstes Ziel ist das berühmte Museo del Ambar Dominicano, das Bernsteinmuseum. Bernstein kommt in der Dominikanischen Republik sehr häufig und in allen Farben von goldgelb bis dunkelbraun vor. Sogar seltenere blaue Exemplare gibt es. Glanzstück des Museums ist eine konservierte Eidechse.
Die Sammlung ist in einer herrlichen alten Kolonialvilla mitten in der Stadt untergebracht.
Weitere Anlaufstellen sind der Parque Central in der Nähe der Festung und die etwas außerhalb gelegene Markthalle an der Calle el Morro. Überall stehen jede Menge schöner Holzhäuser, von denen viele allerdings stark vernachlässigt wurden.
Leider schaffen wir es nicht, den von nahezu überall sichtbaren, 793m hohen Pico Isabel de Torres zu besteigen oder besser gesagt zu befahren. Denn zum Gipfel, den eine überdimensionale Christusfigur ziert, fährt in fünf Minuten eine Gondelbahn (zu Fuß etwa zwei Stunden). Für eine Besichtigung empfehlen sich die Morgenstunden, da die Spitze nachmittags oft von Wolken eingehüllt ist.
|
|
| ![[Strand]](domrep42.gif) |
Traurige Berühmtheit erlangte Puerto Plata, als am 06. Februar 1996, also gerade mal vor eineinhalb Jahren, ein Flugzeug auf dem Heimflug nach Deutschland wenige Kilometer vor der Küste abstürzte. Bei dem Unglück gab es keine Überlebenden. Von den insgesamt 121 Toten konnten nur 68 Opfer geborgen werden.
Wenn man sich ein wenig Zeit zur Besinnung nimmt, ist es schon ein beklemmendes Gefühl hier zu stehen.
So beenden wir unsere Stippvisite in Puerto Plata mit gemischten Gefühlen an unsere morgige Heimreise.
|
|
| ![[All inclusive]](domrep43.gif) |
26. September 1997 Drei Wochen Karibik sind vorbei. Ich gebe zu, ich hatte vorher etwas skeptische Gefühle ob unseres ersten Hotelurlaubs. Auch wenn wir mit dem Hotel wirklich super Glück hatten, bleibt es dabei, dass ich lieber etwas einsamer Land und Leute geniesse. Auch den Einheimischen wäre sicher besseres zu wünschen als Tausende von "All inclusive"-Touristen.
Trotzdem möchte ich diesen Urlaub auf keinen Fall missen, denn es war Klasse. Land, Leute, Strände, Wetter, das Essen und und und. Alles genial. Bis auf ein Wiedersehen ...
|