Kaum eine Landschaft verkörpert besser den Begriff der Wildniss als diese Fjordlandschaft. Der mit etwa 1,25 Mio. ha größte Nationalpark des Landes, der in die Liste "Naturerbe der Menschheit" aufgenommen wurde, zählt zu den großartigsten Naturlandschaften der Erde:
Im Westen dringen 14 Fjorde wie überlange Meereszungen tief in die Urwälder einer zerklüfteten Alpenwelt vor. Am Ostrand verbinden reißende Wildflüsse eine Kette romantischer Gletscherseen. Dazwischen steigen schneebedeckte Berggipfel über alpinen Grasmatten bis auf 2.700m an.
Aus schwindelerregenden Hängetälern und Karseen stürzen Wasserfälle jäh über die senkrechten Felswände klassisch geformter Trogtäler.
Angeblich erschuf der Gott Tu-to-Rakiwhanoa diese Fjorde. Er begann im äußersten Süden mit der Axt, übte dort erst mal und wurde, je weiter nördlich er kam, immer geschickter. Am Milford Sound gelang ihm dann sein Meisterstück: 22 km tief schneidet sich der Fjord in das Land hinein,
und er ist nur einer von vielen Fjorden die im südlichen Teil der Insel die Küste zerfurchen. Tu-to-Rakiwhanoa, der Schöpfer dieser Fjorde, hielt sich aber danach nicht mehr lange hier auf. Sandfliegen sollen ihn vertrieben haben.
Die Informationen wurden teilweise dem REISEFÜHRER NATUR - NEUSEELAND von Matthias Schellhorn entnommen (BLV Verlagsgesellschaft München 1993).