Der Milford Sound


Der Milford Sound wurde vor ungefähr 14.000 Jahren durch Gletscher geformt. Die ersten Bewohner waren die Maori, für die dieses Gebiet aufgrund der Jadevorkommen und der Jagd- und Angelmöglichkeiten attraktiv war. Der erste Europäer, der die Gegend besuchte, ein Robbenjäger namens John Grono, benannte den Milford Sound 1822 nach seinem Geburtsort in Wales. Erst 56 Jahre später, 1878, ließ sich der erste Europäer, Donald Sutherland, hier nieder, und die Ansiedlung wurde als "City of Milford" bekannt. Da der Milford Sound von gemäßigtem Regenwald umgeben ist, inmitten von Bergen und nahe der See, ist das Wetter oft sehr wechselhaft. Das Gebiet hat mit durchschnittlich 7 Metern pro Jahr eine der höchsten Niederschlagsmengen der Welt.
Dominiert wird das Gebiet vom Mitre Peak. Mit seinen 1.710m Höhe ist er einer der höchsten, sich direkt aus dem Meer erhebenden Berge. Er erhielt seinen Namen wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Bischofsmütze ("mitre"). Unterhalb des Berges hat der Fjord mit 265m seine tiefste Stelle.

Kaum eine Landschaft verkörpert besser den Begriff der Wildniss als diese Fjordlandschaft. Der mit etwa 1,25 Mio. ha größte Nationalpark des Landes, der in die Liste "Naturerbe der Menschheit" aufgenommen wurde, zählt zu den großartigsten Naturlandschaften der Erde: Im Westen dringen 14 Fjorde wie überlange Meereszungen tief in die Urwälder einer zerklüfteten Alpenwelt vor. Am Ostrand verbinden reißende Wildflüsse eine Kette romantischer Gletscherseen. Dazwischen steigen schneebedeckte Berggipfel über alpinen Grasmatten bis auf 2.700m an. Aus schwindelerregenden Hängetälern und Karseen stürzen Wasserfälle jäh über die senkrechten Felswände klassisch geformter Trogtäler.

Angeblich erschuf der Gott Tu-to-Rakiwhanoa diese Fjorde. Er begann im äußersten Süden mit der Axt, übte dort erst mal und wurde, je weiter nördlich er kam, immer geschickter. Am Milford Sound gelang ihm dann sein Meisterstück: 22 km tief schneidet sich der Fjord in das Land hinein, und er ist nur einer von vielen Fjorden die im südlichen Teil der Insel die Küste zerfurchen. Tu-to-Rakiwhanoa, der Schöpfer dieser Fjorde, hielt sich aber danach nicht mehr lange hier auf. Sandfliegen sollen ihn vertrieben haben.

Die Informationen wurden teilweise dem REISEFÜHRER NATUR - NEUSEELAND von Matthias Schellhorn entnommen (BLV Verlagsgesellschaft München 1993).

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